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Tierwirt/in

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Du hältst, fütterst und züchtest Nutztiere oder betreust Bienenvölker. Je nach Fachrichtung stehen Geflügel, Bienen, Rinder, Schweine oder Schafe sowie ihre Produkte im Mittelpunkt.

Tierhaltung, Landwirtschaft & Lebensmittel

Dauer
3 Jahre
Vergütung im 1. Jahr
ca. 979 €
Ausbildungsart
Duale Ausbildung
Dein Job

Was du machst

Das sind die Aufgaben, die deinen Alltag ausmachen.

  • Tierbestände oder Bienenvölker täglich kontrollieren

  • Futter, Haltung und Stallklima bedarfsgerecht steuern

  • Gesundheit, Leistung und Fortpflanzung dokumentieren

  • Tiere versorgen, umstallen oder auf Weiden führen

  • Produkte wie Milch, Eier, Honig, Wolle oder Tiere gewinnen

  • Ställe, Geräte und Anlagen reinigen und warten

So sieht dein Arbeitsalltag aus

Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Tierbestände oder Bienenvölker täglich kontrollieren; Futter, Haltung und Stallklima bedarfsgerecht steuern; Gesundheit, Leistung und Fortpflanzung dokumentieren. Später kommen hinzu: Tiere versorgen, umstallen oder auf Weiden führen; Produkte wie Milch, Eier, Honig, Wolle oder Tiere gewinnen; Ställe, Geräte und Anlagen reinigen und warten. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Ergebnisse werden kontrolliert, Abweichungen dokumentiert und der Arbeitsbereich sauber übergeben.

Wo du arbeitest

Du arbeitest in Tierhaltungs-, Zucht- und Imkereibetrieben, landwirtschaftlichen Einrichtungen, Verbänden, Agrarhandel und teilweise Forschung oder Beratung.

Ein Tag als Tierwirt/in

So läuft dein Tag

Ehrlich aufgeschrieben, mit Uhrzeiten. Kein Tag ist wie der andere, so kann er aber aussehen.

  1. 5:00 Uhr

    Melken oder Füttern, je nach Zweig.

    Der Tag beginnt im Stall.

  2. 7:30 Uhr

    Tierkontrolle: Wer frisst nicht, wer liegt anders, wer lahmt.

  3. 9:30 Uhr

    Behandlungen nach Anweisung, Dokumentation im Bestandsbuch.

  4. 11:30 Uhr

    Stalltechnik prüfen: Lüftung, Tränken, Fütterungsanlage.

  5. 14:00 Uhr

    Einstreuen, ausmisten, Buchten herrichten.

  6. 17:00 Uhr

    Abendfütterung und zweite Kontrolle.

Der Weg

So läuft die Ausbildung

  • Form und Dauer

    Duale Ausbildung in der Landwirtschaft

    3 Jahre

    Lernorte: Unternehmen und Berufsschule. Im Unternehmen arbeitest du mit, in der Berufsschule kommt die Theorie dazu.

    Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

  • Welchen Abschluss du brauchst

    Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind besonders Biologie, Mathematik, Wirtschaft/Recht, Werken/Technik.

    Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

  • Fachrichtungen

    Die fünf Fachrichtungen unterscheiden sich deutlich bei Tierart, Haltungssystem, Produkten und Arbeitsabläufen.

    – Geflügelhaltung

    – Imkerei

    – Rinderhaltung

    – Schweinehaltung

    – Schäferei

  • Anatomie, Verhalten und Leistungsmerkmale verstehen
  • Fütterung und Haltung planen
  • Fortpflanzung und Aufzucht unterstützen
  • Gesundheit, Hygiene und Biosicherheit sichern
  • Maschinen und Haltungstechnik bedienen
  • Produkte gewinnen, lagern und vermarkten
  • eine Fachrichtung vertiefen
Geld

Was du verdienst

Als Bandbreite, weil Region und Tarif unterscheiden. Ehrlich statt geschönt.

1. Ausbildungsjahr

979 €

2. Ausbildungsjahr

1.061 €

3. Ausbildungsjahr

1.166 €

Nach der Ausbildung

Einstieg

ca. 2.500–3.000 € brutto im Monat

Mit Herdenverantwortung oder Meisterbrief

ca. 3.200–4.200 € brutto im Monat

Große Betriebe zahlen für Fachkräfte mit Herdenverantwortung deutlich über dem Einstieg, weil sie kaum welche finden. Tarifbindung gibt es je nach Bundesland. Frag im Bewerbungsgespräch nach Wochenendregelung und Bereitschaft.

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung 2025, veröffentlicht 2026

Fachrichtung, Tierart und Tarifgebiet können abweichen.

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Wochenenden und Feiertage sind Arbeitstage, und Bereitschaft gehört dazu.
  • Tiere sterben, und manche muss man selbst erlösen. Das lernt man, leicht wird es nicht.
  • Staub, Ammoniak und Lärm im Stall verlangen Schutzmaßnahmen.
  • Der Beruf steht öffentlich unter Beobachtung, und die Kritik trifft oft die Falschen.

Besser als sein Ruf

  • Fachkräfte mit Herdenverantwortung sind so knapp, dass gute Betriebe deutlich über dem Einstieg zahlen.
  • Der Beruf ist datengetrieben: Sensorik, Fütterungscomputer, Fruchtbarkeitskennzahlen.
  • Du merkst als Erste, wenn es einem Tier schlecht geht, und kannst etwas dagegen tun.
  • Der Meisterbrief öffnet Betriebsleitung, Beratung und Zucht.
Ehrlicher Abgleich

Passt zu dir, wenn …

  • du täglich Verantwortung für Nutztiere übernehmen möchtest
  • du frühe Arbeitszeiten und Wochenenddienste akzeptierst
  • du Tierwohl und wirtschaftliche Produktion gemeinsam denkst
  • du körperlich arbeitest und Technik einsetzt
  • Natur
  • Körperliche Arbeit
  • Arbeiten draußen

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Deine Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

  • Meister/in der Tierwirtschaft

    Die Aufstiegsfortbildung des Berufs. Mit dem Meisterbrief darfst du ausbilden und einen Betriebszweig verantworten.

  • Herdenmanagement

    Fütterung, Fruchtbarkeit, Tiergesundheit und die Zahlen dahinter: Wer die Herde steuert, entscheidet über das Ergebnis eines Betriebs.

  • Besamung und Zucht

    Zusatzqualifikationen mit eigenem Markt. Besamungstechniker arbeiten für Zuchtverbände und sind selbstständig unterwegs.

  • Betriebsleitung oder Wechsel in die Beratung

    Große Tierhaltungsbetriebe suchen Leiter für einen Zweig; Zuchtverbände und Futtermittelhersteller suchen Berater mit Stallerfahrung.

Das wusstest du wahrscheinlich nicht

Im Bestandsbuch wird jede Behandlung mit Datum, Mittel und Wartezeit festgehalten. Erst nach Ablauf dieser Wartezeit darf Milch oder Fleisch in den Handel. Ein Eintrag entscheidet also über ganze Lieferungen.

Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Tierwirt/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Bundesland und Betrieb bei rund 980 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Einstieg im Bereich der grünen Berufe; mit Herdenverantwortung oder Meisterbrief deutlich darüber.

Welche Fachrichtungen gibt es bei Tierwirt/in?

Mehrere, unter anderem Rinderhaltung, Schweinehaltung, Geflügelhaltung, Schäferei und Imkerei. Der Betrieb legt die Richtung fest, und die Arbeitsplätze unterscheiden sich grundlegend.

Was ist der Unterschied zum Landwirt?

Der Landwirt deckt Tiere und Ackerbau ab. Du bist auf Tierhaltung spezialisiert und gehst dort deutlich tiefer: Fütterung, Zucht, Tiergesundheit, Stalltechnik.

Arbeite ich am Wochenende?

Ja. Tiere werden auch sonntags versorgt, und Geburten richten sich nicht nach dem Dienstplan.

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