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Binnenschifffahrtskapitän/in

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Du lernst, Schiffe auf Flüssen und Kanälen zu navigieren und Reisen sicher zu planen. Du überwachst Ladung, Technik und Betriebsabläufe und übernimmst Verantwortung für Besatzung, Fahrgäste und Schiff. Die Ausbildung ist länger als die zum Binnenschiffer und stärker auf Führung ausgerichtet.

Schifffahrt, Navigation & Führung

Dauer
42 Monate
Vergütung im 1. Jahr
ca. 1.085 €
Ausbildungsart
Duale Ausbildung
Dein Job

Was du machst

Das sind die Aufgaben, die deinen Alltag ausmachen.

  • Fahrten planen und Schiffe auf Binnenwasserstraßen navigieren

  • Radar, Karten, Funk und weitere Navigationssysteme nutzen

  • Be- und Entladen planen und die Ladungssicherung überwachen

  • Schiffstechnik, Ausrüstung und Betriebsabläufe kontrollieren

  • Besatzung anleiten und Wachen und Aufgaben organisieren

  • bei Notfällen Entscheidungen treffen und Maßnahmen führen

So sieht dein Arbeitsalltag aus

Vor einer Reise prüfst du Route, Wasserstände, Wetter, Sperrungen, Ladung und Schiffszustand. Während der Fahrt beobachtest du Radar, Karten, Verkehr und Technik und steuerst durch Schleusen, enge Abschnitte oder an Brücken vorbei. Du verteilst Aufgaben und hältst Kontakt zu Häfen, Schleusen und anderen Schiffen. Neben der Navigation überwachst du Ladung oder Fahrgastbetrieb, Wartung und Dokumentation. In Notfällen musst du schnell entscheiden, klare Anweisungen geben und die Besatzung führen. Je nach Fahrt lebst und arbeitest du über längere Zeit an Bord.

Wo du arbeitest

Du arbeitest bei Reedereien der Güter- und Personenschifffahrt, auf Fähren, bei Hafenbetrieben, Wasserstraßenverwaltungen oder Wasserbauunternehmen. Arbeitsorte sind Steuerhaus, Deck, Maschinenraum, Laderaum und teilweise Büro oder Einsatzplanung.

Ein Tag als Binnenschifffahrtskapitän/in

So läuft dein Tag

Ehrlich aufgeschrieben, mit Uhrzeiten. Kein Tag ist wie der andere, so kann er aber aussehen.

  1. 4:30 Uhr

    Wetter, Pegel und Verkehrsmeldungen prüfen, Fahrtplan festlegen.

  2. 5:30 Uhr

    Ablegen.

    Manöver im engen Hafenbecken bei Dunkelheit.

  3. 8:00 Uhr

    Fahrt auf dem Strom, Absprache mit der Schleuse über Funk.

  4. 11:00 Uhr

    Ladungsberechnung prüfen: Tiefgang, Trimm, Brückenhöhe.

  5. 14:00 Uhr

    Besatzung einteilen, Wartungsarbeiten an Deck vergeben.

  6. 18:00 Uhr

    Anlegen, Papiere für den Hafen abgeben, Wache übergeben.

Der Weg

So läuft die Ausbildung

  • Form und Dauer

    Duale Ausbildung in der Binnenschifffahrt

    42 Monate

    Lernorte: Unternehmen und Berufsschule. Im Unternehmen arbeitest du mit, in der Berufsschule kommt die Theorie dazu.

    Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

  • Welchen Abschluss du brauchst

    Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Häufig wird ein mittlerer Abschluss erwartet. Mathematik, Physik, Geografie, Deutsch und Englisch helfen dir bei Navigation, Technik, Funk und Dokumentation.

    Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Gesundheitliche Eignung, hohe Konzentration, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft zu langen Bordzeiten sind besonders wichtig.

  • Monoberuf

    Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Der Betrieb prägt, ob du vor allem auf Güter-, Fahrgast- oder Fährschiffen ausgebildet wirst.

  • Schiffsreisen planen und Fahrzeuge sicher navigieren
  • Radar, Karten, Funk und digitale Informationssysteme einsetzen
  • Ladung, Tiefgang und Stabilität beurteilen
  • Schiffstechnik und Instandhaltung organisieren und überwachen
  • Besatzung, Wachen und betriebliche Abläufe führen
  • Rechts-, Umwelt- und Sicherheitsvorschriften anwenden
  • Notfälle vorbereiten, Entscheidungen treffen und Maßnahmen leiten
Geld

Was du verdienst

Als Bandbreite, weil Region und Tarif unterscheiden. Ehrlich statt geschönt.

1. Ausbildungsjahr

ca. 1.085 €

2. Ausbildungsjahr

ca. 1.242 €

3. Ausbildungsjahr

ca. 1.401 €

4. Ausbildungsjahr

ca. 1.551 €

Nach der Ausbildung

Einstieg als Steuermann

ca. 2.800–3.400 € brutto im Monat

Als Schiffsführer mit Patent

ca. 4.000–5.500 € brutto im Monat

Dazu kommt Verpflegung an Bord. Die Spanne hängt an Fahrtgebiet, Schiffsgröße und Törnmodell.

Beispielwerte der Binnenschifffahrt, brutto pro Monat

Öffentliche Arbeitgeber können nach TVAöD deutlich höhere Beträge zahlen. Tarifvertrag und Reederei sind deshalb besonders wichtig.

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Verantwortung für Schiff, Ladung und Besatzung, rund um die Uhr.
  • Lange Törns fern von zu Hause.
  • Niedrigwasser und Hochwasser greifen direkt in die Planung ein.
  • Manöver bei Nacht, Nebel oder starker Strömung verzeihen wenig.

Besser als sein Ruf

  • Ein Führungsberuf mit hohem Verdienst und großer Selbstständigkeit.
  • Sehr wenige Bewerber bei gleichzeitig hohem Bedarf.
  • Freizeitblöcke am Stück statt einzelner freier Tage.
  • Der Weg zum eigenen Schiff ist in dieser Branche real.
Ehrlicher Abgleich

Passt zu dir, wenn …

  • du gerne Verantwortung übernimmst und klare Entscheidungen triffst
  • du Schiffe, Navigation und Technik spannend findest
  • du lange konzentriert und räumlich vorausschauend arbeiten kannst
  • du mit einer Besatzung eng zusammenleben und sie anleiten kannst
  • Organisation
  • Maschinen
  • Arbeiten draußen
  • Selbstständiges Arbeiten
  • Räumliches Denken

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Deine Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

  • Unionspatent

    Mit Fahrzeit und Prüfung führst du Schiffe auf europäischen Wasserstraßen.

  • Fahrgastschifffahrt

    Kabinenschiffe auf Rhein und Donau brauchen Schiffsführer mit zusätzlicher Qualifikation für Fahrgäste.

  • Reederei und Flottenmanagement

    An Land planst du Einsätze, Besatzungen und Wartung ganzer Flotten.

  • Eigenes Schiff

    Viele Kapitäne werden Partikuliere und fahren auf eigene Rechnung.

Das wusstest du wahrscheinlich nicht

Wie viel ein Schiff laden darf, entscheidet nicht der Frachtraum, sondern der Pegel: Bei Niedrigwasser wird weniger geladen, damit der Tiefgang passt. Ein Zentimeter weniger Tiefgang kostet auf einem großen Schiff bereits zweistellige Tonnenmengen.

Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Was macht ein/e Binnenschifffahrtskapitän/in?

Du führst ein Binnenschiff: navigieren und manövrieren, Besatzung führen, Ladung und Stabilität verantworten, Maschinen überwachen, Schleusen und Häfen anlaufen, Papiere und Vorschriften einhalten.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Binnenschifffahrtskapitän?

Dreieinhalb Jahre. Sie geht über die Ausbildung zum Binnenschiffer hinaus und schließt die Schiffsführung mit ein.

Wie viel verdient man als Binnenschifffahrtskapitän/in?

In der Ausbildung liegt die tarifliche Vergütung bei rund 1.085 € im ersten Jahr, dazu Kost und Logis an Bord. Nach der Ausbildung und mit Patent liegt der Verdienst deutlich über dem vieler Facharbeiterberufe.

Braucht man ein Patent?

Ja. Das Patent kommt nicht mit dem Abschluss, sondern mit nachgewiesener Fahrzeit und Prüfung. Die Ausbildung bereitet darauf vor.

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