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Thermometermacher/in

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Du stellst Flüssigkeits- und Spezialthermometer aus Glas her. Je nach Fachrichtung formst du Glaskörper und Kapillaren oder füllst, skalierst und justierst die Messgeräte auf genaue Temperaturwerte.

Glas, Messgeräte & Präzisionshandwerk

Dauer
3 Jahre
Vergütung im 1. Jahr
ab 724 €
Ausbildungsart
Duale Ausbildung
Dein Job

Was du machst

Das sind die Aufgaben, die deinen Alltag ausmachen.

  • Glasrohre und Kapillaren auswählen und prüfen

  • Glas an Brennern erwärmen, ziehen und formen

  • Thermometerkörper herstellen und verschließen

  • Messflüssigkeiten einfüllen und Systeme entlüften

  • Skalen anbringen und Messpunkte justieren

  • Dichtheit, Anzeige und Messgenauigkeit kontrollieren

So sieht dein Arbeitsalltag aus

Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Glasrohre und Kapillaren auswählen und prüfen; Glas an Brennern erwärmen, ziehen und formen; Thermometerkörper herstellen und verschließen. Später kommen hinzu: Messflüssigkeiten einfüllen und Systeme entlüften; Skalen anbringen und Messpunkte justieren; Dichtheit, Anzeige und Messgenauigkeit kontrollieren. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Ergebnisse werden kontrolliert, Abweichungen dokumentiert und der Arbeitsbereich sauber übergeben.

Wo du arbeitest

Du arbeitest bei wenigen Herstellern von Thermometern, Labor- und Messgeräten sowie spezialisierten Glaswerkstätten.

Ein Tag als Thermometermacher/in

So läuft dein Tag

Ehrlich aufgeschrieben, mit Uhrzeiten. Kein Tag ist wie der andere, so kann er aber aussehen.

  1. 7:30 Uhr

    Kapillaren prüfen und aussortieren.

    Ein ungleichmäßiger Querschnitt macht die Skala später falsch.

  2. 8:30 Uhr

    An der Flamme arbeiten: Rohre ziehen, Vorratsgefäß ansetzen, verschließen.

  3. 10:30 Uhr

    Füllung einbringen und Luft entfernen.

    Eine einzige Blase macht das Gerät unbrauchbar.

  4. 12:30 Uhr

    Kalibrieren gegen ein Referenzgerät, bei mehreren Temperaturen.

  5. 14:00 Uhr

    Skala aufbringen und Beschriftung prüfen.

  6. 15:30 Uhr

    Endprüfung und Protokoll.

Der Weg

So läuft die Ausbildung

  • Form und Dauer

    Duale Ausbildung im Glas- und Messgerätehandwerk

    3 Jahre

    Lernorte: Unternehmen und Berufsschule. Im Unternehmen arbeitest du mit, in der Berufsschule kommt die Theorie dazu.

    Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

  • Welchen Abschluss du brauchst

    Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind besonders Physik, Mathematik, Werken/Technik, Chemie.

    Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

  • Fachrichtungen

    Thermometerblasen konzentriert sich auf die Herstellung der Glaskörper; Thermometerjustieren auf Füllung, Skala, Kalibrierung und genaue Anzeige.

    – Thermometerblasen

    – Thermometerjustieren

  • Glasarten und Kapillaren beurteilen
  • Glas am Brenner formen und verbinden
  • Thermometerkörper herstellen
  • Messsysteme füllen und verschließen
  • Skalen berechnen und aufbringen
  • Thermometer kalibrieren und justieren
  • eine Fachrichtung vertiefen
Geld

Was du verdienst

Als Bandbreite, weil Region und Tarif unterscheiden. Ehrlich statt geschönt.

1. Ausbildungsjahr

mind. 724 €

2. Ausbildungsjahr

mind. 854 €

3. Ausbildungsjahr

mind. 977 €

Nach der Ausbildung

Einstieg

ca. 2.500–3.000 € brutto im Monat

Belastbare Zahlen sind schwer zu bekommen, weil es bundesweit nur eine Handvoll Betriebe gibt. Die Spanne orientiert sich an vergleichbaren kleinen Fertigungsberufen. Frag im Bewerbungsgespräch konkret nach.

Gesetzliche Mindestausbildungsvergütung 2026, brutto pro Monat

Für dem sehr seltenen Thermometermacher-Handwerk liegt derzeit keine belastbare bundesweite typische Vergütungsspanne vor. Tarifverträge oder betriebliche Regelungen können deutlich höhere Beträge vorsehen.

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Feine Arbeit an der Flamme über Stunden. Das geht auf Augen und Konzentration.
  • Es gibt bundesweit sehr wenige Ausbildungsbetriebe und entsprechend wenig Auswahl beim Arbeitgeber.
  • Ein Fehler am Ende des Ablaufs macht die vorherigen Schritte wertlos.
  • Der Beruf ist so selten, dass ihn kaum jemand kennt.

Besser als sein Ruf

  • Du beherrschst am Ende ein Handwerk, das kaum noch jemand kann.
  • Temperaturmesstechnik wird überall gebraucht: Industrie, Labor, Medizin, Lebensmittel.
  • Kalibrierung ist ein eigener Markt mit gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen.
  • Die Arbeit ist ruhig und konzentriert, ohne Schichtdienst und ohne Termindruck von außen.
Ehrlicher Abgleich

Passt zu dir, wenn …

  • du Glas und Präzisionsmesstechnik verbinden möchtest
  • du extrem ruhig und genau arbeitest
  • du Flamme, Kapillaren und kleine Messwerte beherrschst
  • du für einen sehr seltenen Ausbildungsplatz flexibel bist
  • Handwerk
  • Genauigkeit
  • Räumliches Denken

Nicht sicher?

Beantworte ein paar Fragen und sieh, welche Berufe zu dir passen. Ohne Anmeldung, in etwa 5 Minuten.

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Deine Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

  • Kalibrierung und Prüftechnik

    Ein Messgerät ist nur so gut wie seine Kalibrierung. Wer prüfen und justieren kann, arbeitet in Prüfstellen und Kalibrierlaboren.

  • Meister/in oder Techniker/in

    Beide Wege führen in Fertigungsplanung, Qualitätsleitung und Führung.

  • Industrielle Temperaturmesstechnik

    Fühler, Sonden und Sensoren für Anlagen und Prozesse sind ein eigener Markt mit deutlich höheren Anforderungen als Haushaltsgeräte.

  • Eigene Werkstatt oder Sonderanfertigung

    Der Beruf ist selten. Wer Sonderanfertigungen und Reparaturen anbietet, hat Kundschaft, die kaum Alternativen hat.

Das wusstest du wahrscheinlich nicht

Ein Flüssigkeitsthermometer wird nicht nach Rechnung beschriftet, sondern nach Messung: Es wird bei bekannten Temperaturen gegen ein Referenzgerät verglichen, und erst danach kommt die Skala darauf.

Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Thermometermacher/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Betrieb meist zwischen rund 720 und 1.050 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst im Bereich anderer kleiner Fertigungsberufe; belastbare Durchschnittswerte gibt es kaum.

Was macht ein/e Thermometermacher/in?

Du stellst Thermometer und Temperaturmessgeräte her: Glasrohre an der Flamme bearbeiten, Kapillaren ziehen, Füllungen einbringen, Skalen aufbringen, kalibrieren und prüfen.

Wo kann man diesen Beruf lernen?

In sehr wenigen Betrieben. Wer diesen Beruf lernen will, sollte früh und überregional suchen und mit Umzug rechnen.

Ist der Beruf ausgestorben?

Nein, aber sehr klein. Industrielle Temperaturmesstechnik, Kalibrierung und Sonderanfertigungen halten die Nachfrage aufrecht.

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