Glasapparatebauer/in
Glas, Labor & Präzisionstechnik
- Dauer
- 3 Jahre
- Vergütung im 1. Jahr
- ca. 724–1.090 €
- Ausbildungsart
- Duale Ausbildung
- Berufsfeld
- Kunststoff, Keramik & Glas
Was du machst
Das sind die Aufgaben, die deinen Alltag ausmachen.
-
technische Zeichnungen und Glasarten prüfen
-
Glasrohre trennen, erhitzen und formen
-
Bauteile ziehen, biegen, weiten und verbinden
-
Anschlüsse, Hähne und Sonderformen herstellen
-
Spannungen durch kontrolliertes Tempern abbauen
-
Apparaturen auf Maß, Dichtheit und Funktion prüfen
So sieht dein Arbeitsalltag aus
Du prüfst Zeichnung, Glasart und benötigte Wandstärke und richtest Brenner und Werkzeuge ein. Das Glasrohr wird gleichmäßig erhitzt, gedreht und im richtigen Moment gezogen, gebogen oder aufgeweitet. Einzelteile verbindest du so, dass die Naht sauber und spannungsarm bleibt. Nach dem Abkühlen misst du die Apparatur und führst Dichtheits- oder Belastungsprüfungen durch. Sonderanfertigungen werden vollständig dokumentiert.
Wo du arbeitest
Du arbeitest in Glasapparatebauwerkstätten, Laborgeräteherstellung, Chemie- und Pharmaindustrie, Forschung, Halbleiter- oder Medizintechnik.
So läuft dein Tag
Ehrlich aufgeschrieben, mit Uhrzeiten. Kein Tag ist wie der andere, so kann er aber aussehen.
-
7:30 Uhr
Zeichnung durchgehen.
Ein Forscher braucht eine Apparatur, die es so nicht zu kaufen gibt.
-
8:30 Uhr
Rohre zuschneiden und an der Flamme vorbereiten.
-
10:30 Uhr
Verschmelzen und Ansätze setzen.
Die Wandstärke muss gleich bleiben, sonst reißt es später.
-
12:30 Uhr
Volumen einstellen und kalibrieren.
Bei Messgeräten entscheidet das über die Brauchbarkeit.
-
14:00 Uhr
Reparatur einer gebrochenen Apparatur aus dem Labor.
-
15:30 Uhr
Kühlofen beschicken und Spannungen prüfen.
So läuft die Ausbildung
-
Form und Dauer
Duale Ausbildung in Handwerk und Industrie
3 Jahre
Lernorte: Unternehmen und Berufsschule. Im Unternehmen arbeitest du mit, in der Berufsschule kommt die Theorie dazu.
Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.
-
Welchen Abschluss du brauchst
Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind besonders Werken/Technik, Physik, Mathematik.
Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.
-
Einsatzgebiete
Das Einsatzgebiet richtet sich nach Glasart, Temperaturbeständigkeit und späterer Anwendung. Grundlegende Form- und Verbindungstechniken bleiben gemeinsam.
– Borosilikatglas
– Quarzglas
– Weichglas
- Borosilikat-, Quarz- und Weichglas unterscheiden
- technische Zeichnungen und Maße anwenden
- Glas trennen, erhitzen, ziehen, biegen und weiten
- Glasteile spannungsarm verbinden
- Hähne, Schliffe und Anschlüsse herstellen
- Apparaturen tempern, messen und prüfen
- Arbeits-, Brand- und Gasversorgungssicherheit einhalten
Was du verdienst
Als Bandbreite, weil Region und Tarif unterscheiden. Ehrlich statt geschönt.
1. Ausbildungsjahr
724–1.090 €
2. Ausbildungsjahr
854–1.140 €
3. Ausbildungsjahr
977–1.250 €
Nach der Ausbildung
Einstieg
ca. 2.600–3.100 € brutto im Monat
Mit Meisterbrief oder im Institut
ca. 3.300–4.200 € brutto im Monat
Belastbare Durchschnittswerte gibt es kaum, weil der Beruf sehr klein ist. An Hochschulen und Instituten gilt der öffentliche Tarif und das Gehalt ist planbar. Frag im Bewerbungsgespräch konkret nach.
Aktuelle Spanne für Handwerk und Glasindustrie 2026
Kleine Werkstätten und tarifgebundene Glasindustrie können deutlich unterschiedlich vergüten.
Beides gehört dazu
Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.
Ehrlich anstrengend
- Arbeit an der offenen Flamme, den ganzen Tag und mit voller Konzentration.
- Ein Fehler am Ende einer Stunde Arbeit macht das ganze Stück unbrauchbar.
- Es gibt bundesweit sehr wenige Ausbildungsbetriebe.
- Der Beruf ist so unbekannt, dass du ihn ein Leben lang erklären wirst.
Besser als sein Ruf
- Du baust Geräte, die es sonst nirgends gibt, für Leute, die ohne sie nicht arbeiten können.
- Hochschulen und Institute sind sichere Arbeitgeber mit Tarif und geregelten Zeiten.
- Der Beruf verbindet feines Handwerk mit technischem Verständnis und Zeichnungslesen.
- Wer ihn beherrscht, ist auf dem Arbeitsmarkt praktisch konkurrenzlos.
Passt zu dir, wenn …
- du technische Zeichnungen und sehr feine Handarbeit magst
- du Hitze und offene Flamme kontrolliert beherrschen möchtest
- du lange konzentriert an Einzelstücken arbeitest
- du Maß, Dichtheit und Materialspannung genau prüfst
- Handwerk
- Mathematik
- Genauigkeit
- Räumliches Denken
Nicht sicher?
Beantworte ein paar Fragen und sieh, welche Berufe zu dir passen. Ohne Anmeldung, in etwa 5 Minuten.
Passenden Beruf findenDas kannst du daraus machen
Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.
-
Meister/in im Glasapparatebauer-Handwerk
Mit Berufserfahrung kannst du die Meisterprüfung ablegen, ausbilden und eine eigene Werkstatt führen.
-
Laborglas für Forschung und Industrie
Universitäten, Institute und Chemiebetriebe brauchen Apparaturen, die es fertig nicht gibt. Wer sie bauen kann, hat feste Auftraggeber.
-
Reparatur und Umbau
Laborglas wird repariert statt ersetzt, weil Sonderanfertigungen teuer sind. Ein verlässlicher, gut bezahlter Servicemarkt.
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Eigene Werkstatt
Der Beruf ist selten, die Nachfrage aus Forschung und Industrie stabil. Der Kapitalbedarf für eine kleine Werkstatt ist überschaubar.
Das wusstest du wahrscheinlich nicht
Glas, das zu schnell abkühlt, steht unter Spannung und springt später von selbst. Deshalb kommt jede fertige Apparatur in den Kühlofen, und die Spannung wird im polarisierten Licht geprüft.
Was alle wissen wollen
Wie viel verdient man als Glasapparatebauer/in?
In der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Betrieb meist zwischen rund 720 und 1.090 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst im Bereich anderer Handwerksberufe; in Instituten und Industriebetrieben gilt der jeweilige Tarif.
Was macht ein/e Glasapparatebauer/in?
Du baust Apparaturen aus Glas: Rohre biegen, ziehen, verschmelzen, Ansätze und Hähne einsetzen, Volumina einstellen und Apparaturen nach Zeichnung anfertigen und reparieren.
Was ist der Unterschied zum Glasmacher?
Der Glasmacher formt aus der Schmelze, an der Wanne. Du arbeitest an der Flamme, mit fertigem Rohr und Stab, und baust technische Geräte statt Gefäße.
Wo kann man diesen Beruf lernen?
In wenigen Betrieben, oft an Universitäten, Forschungsinstituten und in der chemischen Industrie. Wer den Beruf lernen will, sucht überregional.
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