Zum Inhalt springen

Orthoptist/in

Bildfläche
In dieser Ausbildung arbeitest du an Sehstörungen, Augenbewegungen und orthoptische Therapie. Theorie, praktische Übungen und Praxiseinsätze greifen ineinander – der genaue Ablauf hängt bei landesrechtlichen Bildungsgängen von Bundesland und Schule ab.

Sprache, Stimme, Sehen & Therapie

Dauer
3 Jahre
Finanzierung
Meist ohne Vergütung
Ausbildungsart
Schulische Ausbildung
Dein Job

Was du machst

Das sind die Aufgaben, die deinen Alltag ausmachen.

  • Funktionen und Einschränkungen systematisch untersuchen

  • Befunde und Therapieziele ableiten

  • Übungen und Behandlungseinheiten vorbereiten

  • Patienten individuell anleiten

  • Fortschritte messen und dokumentieren

  • mit Ärzten, Pädagogik und Angehörigen abstimmen

So sieht dein Arbeitsalltag aus

Der Tag beginnt je nach Lernort mit Unterricht, Labor, Werkstatt, Training oder einem Praxiseinsatz. Du planst Aufgaben rund um Sehstörungen, Augenbewegungen und orthoptische Therapie, arbeitest nach fachlichen Vorgaben und hältst Ergebnisse fest. In Praxisphasen übernimmst du schrittweise echte Aufgaben unter Anleitung. Wichtig ist, dass du Rückmeldungen nutzt, Sicherheits- und Qualitätsregeln einhältst und Theorie auf konkrete Situationen überträgst.

Wo du arbeitest

Du arbeitest in spezialisierten Praxen, Kliniken, Reha-, Seh-, Sprach- oder Bildungseinrichtungen.

Ein Tag als Orthoptist/in

So läuft dein Tag

Ehrlich aufgeschrieben, mit Uhrzeiten. Kein Tag ist wie der andere, so kann er aber aussehen.

  1. 8:00 Uhr

    Kind mit Verdacht auf Schielen: Sehschärfe spielerisch prüfen.

  2. 9:30 Uhr

    Augenstellung und Beweglichkeit messen, Schielwinkel bestimmen.

  3. 11:00 Uhr

    Okklusionstherapie besprechen: Wie lange abkleben, wie oft kontrollieren?

  4. 13:00 Uhr

    Erwachsener mit Doppelbildern nach Unfall: Befund erheben.

  5. 15:00 Uhr

    Prismenversorgung anpassen und dokumentieren.

  6. 16:30 Uhr

    Befunde schreiben und Kontrolltermine planen.

Der Weg

So läuft die Ausbildung

  • Form und Dauer

    bundesrechtlich geregelt

    vollzeitschulische Ausbildung mit verpflichtenden Praxisphasen

    36 Monate (3 Jahre)

    Lernorte: Berufsfachschule oder Fachschule sowie Praktikums- beziehungsweise Praxiseinrichtungen

    Praxisanteil: praktische Ausbildung beziehungsweise Praktika in Praxen, Kliniken oder Apotheken

  • Zugang und Voraussetzungen

    Meistens brauchst du einen mittleren Schulabschluss. Ein Gesundheitsnachweis und weitere Unterlagen können dazukommen.

    Bundesweit einheitliche Berufs- und Prüfungsregelung; Schulstandorte und Bewerbungsfristen unterscheiden sich regional.

    Abschluss: staatlich geprüfter oder staatlich anerkannter Berufsabschluss; genaue Bezeichnung ist landes- oder bundesrechtlich festgelegt

  • Ausbildungsvarianten

    Der Berufsabschluss ist bundesrechtlich geregelt. Schulen können Lernangebote und Praxiskonzepte unterschiedlich organisieren, der staatliche Abschluss bleibt bundesweit vergleichbar.

  • Anatomie und Funktion des jeweiligen Systems verstehen
  • Diagnostische Verfahren anwenden
  • Therapie- und Übungskonzepte entwickeln
  • Kommunikation und Motivation gestalten
  • Hilfsmittel und digitale Medien einsetzen
  • Behandlungsverlauf dokumentieren
  • interdisziplinär zusammenarbeiten
Geld

Was die Ausbildung kostet

Als Bandbreite, weil Region und Tarif unterscheiden. Ehrlich statt geschönt.

Nach der Ausbildung

Einstieg nach TVöD

ca. 2.900–3.300 € brutto im Monat

Mit Erfahrung oder Spezialisierung

ca. 3.500–4.400 € brutto im Monat

Kliniken zahlen nach Tarif mit Sonderzahlung; Praxen liegen unterschiedlich.

Modell: vollzeitschulische oder fachschulische Ausbildung mit Praktika Ausbildungsvergütung: meist keine laufende Ausbildungsvergütung; Praxisphasen können im Einzelfall bezahlt sein Schulgeld: öffentliche Schulen häufig schulgeldfrei; private Schulen können Gebühren verlangen Förderung: Schüler-BAföG, Aufstiegs-BAföG oder Landesförderung können je nach Bildungsgang möglich sein

Kosten und Förderung unterscheiden sich nach Bundesland, Schule und persönlicher Situation.

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Keine Vergütung während der Ausbildung, teils Schulgeld.
  • Untersuchungen mit kleinen Kindern verlangen viel Geduld.
  • Sehr wenige Ausbildungsplätze, oft mit Umzug verbunden.
  • Der Beruf ist kaum bekannt und muss ständig erklärt werden.

Besser als sein Ruf

  • Früherkennung entscheidet über das Sehvermögen eines ganzen Lebens.
  • Ein sehr kleiner Beruf mit ausgezeichneten Übernahmechancen.
  • Kliniken zahlen nach Tarif mit geregelten Zeiten.
  • Fachlich anspruchsvoll und sehr eigenständig.
Ehrlicher Abgleich

Passt zu dir, wenn …

  • du Sprache, Stimme, Sehen oder Wahrnehmung genau beobachtest
  • du geduldig und kreativ übst
  • du sehr klar kommunizierst
  • du individuelle Fortschritte systematisch beurteilst
  • Menschenkontakt
  • Genauigkeit

Nicht sicher?

Beantworte ein paar Fragen und sieh, welche Berufe zu dir passen. Ohne Anmeldung, in etwa 5 Minuten.

Passenden Beruf finden
Deine Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

  • Kinderorthoptik

    Schielen und Sehschwächen früh zu erkennen ist der Kern des Berufs.

  • Neuroorthoptik

    Sehstörungen nach Schlaganfall oder Hirnverletzung untersuchen und behandeln.

  • Low Vision

    Menschen mit starker Sehbehinderung mit vergrößernden Hilfsmitteln versorgen.

  • Lehre und Forschung

    Universitätsaugenkliniken beschäftigen Orthoptistinnen in Ausbildung und Studien.

Das wusstest du wahrscheinlich nicht

Bei einer Schwachsichtigkeit wird nicht das schwache Auge behandelt, sondern das starke abgeklebt: Nur so lernt das Gehirn, das andere Auge zu benutzen. Die Therapie wirkt aber nur, solange die Sehentwicklung läuft. Später ist sie wirkungslos.

Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Was macht ein/e Orthoptist/in?

Du untersuchst und behandelst Störungen des beidäugigen Sehens: Schielen und Sehschwächen messen, Augenbewegungen prüfen, Okklusionstherapie begleiten, Kinder und Erwachsene betreuen, Operationen vorbereiten.

Wie viel verdient man als Orthoptist/in?

In der Ausbildung gibt es meist keine Vergütung, weil sie schulisch ist. Nach der Ausbildung gilt in Kliniken der TVöD; in Praxen wird betrieblich gezahlt.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Orthoptisten?

Drei Jahre. Ausgebildet wird an wenigen Schulen, meist an Universitätsaugenkliniken.

Warum ist Früherkennung so wichtig?

Weil das Sehen sich in den ersten Lebensjahren entwickelt: Wird eine Schwachsichtigkeit zu spät erkannt, lässt sie sich später kaum noch beheben.

Ähnliche Ausbildungen

Probier es einfach aus

Fünf Minuten, und du hast eine Richtung. Du kannst es so oft machen, wie du willst, und wir speichern nichts, was auf dich zurückführt.

Passenden Beruf finden

Ihr Unternehmen bildet Orthoptist/in aus?

Zeigen Sie sich hier den passenden Bewerbern aus Ihrer Region, kostenlos.

Unternehmen eintragen