Ergotherapeut/in
Therapie, Rehabilitation & Bewegung
- Dauer
- 3 Jahre
- Finanzierung
- Meist ohne Vergütung
- Ausbildungsart
- Schulische Ausbildung
- Berufsfeld
- Gesundheit & Medizin
Was du machst
Das sind die Aufgaben, die deinen Alltag ausmachen.
-
Fähigkeiten, Beschwerden und Ziele erfassen
-
Therapie- oder Übungsplan vorbereiten
-
Behandlungen und Übungen anleiten
-
Hilfsmittel und therapeutische Geräte einsetzen
-
Verlauf und Reaktionen beobachten
-
Ergebnisse dokumentieren und im Team abstimmen
So sieht dein Arbeitsalltag aus
Der Tag beginnt je nach Lernort mit Unterricht, Labor, Werkstatt, Training oder einem Praxiseinsatz. Du planst Aufgaben rund um Alltagsfähigkeiten, Wahrnehmung und selbstständige Teilhabe, arbeitest nach fachlichen Vorgaben und hältst Ergebnisse fest. In Praxisphasen übernimmst du schrittweise echte Aufgaben unter Anleitung. Wichtig ist, dass du Rückmeldungen nutzt, Sicherheits- und Qualitätsregeln einhältst und Theorie auf konkrete Situationen überträgst.
Wo du arbeitest
Du arbeitest in Praxen, Kliniken, Reha-Einrichtungen, Förderzentren, Pflegeeinrichtungen oder spezialisierten Therapieangeboten.
So läuft dein Tag
Ehrlich aufgeschrieben, mit Uhrzeiten. Kein Tag ist wie der andere, so kann er aber aussehen.
-
8:00 Uhr
Kind mit Wahrnehmungsstörung: Übungen spielerisch aufbauen.
-
9:30 Uhr
Patient nach Schlaganfall: Greifen und Anziehen trainieren.
-
11:30 Uhr
Hilfsmittel anpassen und Handhabung üben.
-
13:30 Uhr
Hausbesuch: Wohnung auf Barrieren prüfen.
-
15:00 Uhr
Angehörigengespräch: Was geht zu Hause, was nicht?
-
16:30 Uhr
Dokumentation und Bericht an die verordnende Praxis.
So läuft die Ausbildung
-
Form und Dauer
bundesrechtlich geregelt
vollzeitschulische Ausbildung mit verpflichtenden Praxisphasen
36 Monate (3 Jahre)
Lernorte: Berufsfachschule oder Fachschule sowie Praktikums- beziehungsweise Praxiseinrichtungen
Praxisanteil: praktische Ausbildung beziehungsweise Praktika in Praxen, Kliniken oder Apotheken
-
Zugang und Voraussetzungen
Meistens brauchst du einen mittleren Schulabschluss. Ein Gesundheitsnachweis und weitere Unterlagen können dazukommen.
Bundesweit einheitliche Berufs- und Prüfungsregelung; Schulstandorte und Bewerbungsfristen unterscheiden sich regional.
Abschluss: staatlich geprüfter oder staatlich anerkannter Berufsabschluss; genaue Bezeichnung ist landes- oder bundesrechtlich festgelegt
-
Ausbildungsvarianten
Der Berufsabschluss ist bundesrechtlich geregelt. Schulen können Lernangebote und Praxiskonzepte unterschiedlich organisieren, der staatliche Abschluss bleibt bundesweit vergleichbar.
- Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre verstehen
- Befunde erheben und Therapieziele ableiten
- Behandlungstechniken sicher anwenden
- Patienten anleiten und motivieren
- Hilfsmittel und Geräte einsetzen
- Therapieverlauf dokumentieren
- mit Medizin, Pflege und Angehörigen zusammenarbeiten
Was die Ausbildung kostet
Als Bandbreite, weil Region und Tarif unterscheiden. Ehrlich statt geschönt.
Nach der Ausbildung
Einstieg in der Praxis
ca. 2.400–2.800 € brutto im Monat
In der Klinik nach TVöD oder mit Fortbildung
ca. 3.000–3.900 € brutto im Monat
Kliniken und Rehaeinrichtungen zahlen nach Tarif und liegen über kleinen Praxen.
Modell: vollzeitschulische oder fachschulische Ausbildung mit Praktika Ausbildungsvergütung: meist keine laufende Ausbildungsvergütung; Praxisphasen können im Einzelfall bezahlt sein Schulgeld: öffentliche Schulen häufig schulgeldfrei; private Schulen können Gebühren verlangen Förderung: Schüler-BAföG, Aufstiegs-BAföG oder Landesförderung können je nach Bildungsgang möglich sein
Kosten und Förderung unterscheiden sich nach Bundesland, Schule und persönlicher Situation.
Beides gehört dazu
Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.
Ehrlich anstrengend
- Schulgeld statt Vergütung an vielen Schulen.
- Fortschritte kommen langsam und manchmal gar nicht.
- Der Verdienst ist gemessen an der Qualifikation niedrig.
- Viel Dokumentation neben der eigentlichen Therapie.
Besser als sein Ruf
- Du arbeitest an dem, was für Menschen im Alltag wirklich zählt.
- Sehr vielseitig: Kinder, Erwachsene, Neurologie, Psychiatrie, Arbeit.
- Der Beruf wird überall gesucht.
- Selbstständigkeit ist ein realistischer Weg mit fester Verordnungslage.
Passt zu dir, wenn …
- du Menschen geduldig zu Fortschritten begleitest
- du Bewegung, Wahrnehmung oder Alltagshandlungen analysierst
- du kreativ auf individuelle Bedürfnisse reagierst
- du körperlichen Kontakt professionell gestaltest
- Menschenkontakt
- Kommunikation
Nicht sicher?
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Passenden Beruf findenDas kannst du daraus machen
Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.
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Pädiatrie
Kinder mit Entwicklungsverzögerungen zu begleiten ist ein großer Arbeitsbereich.
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Neurologie
Nach Schlaganfall oder Unfall Alltagsfähigkeiten zurückgewinnen.
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Eigene Praxis
Mit Kassenzulassung ist die Selbstständigkeit ein üblicher Weg.
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Studium
Ergotherapie und Gesundheitswissenschaften lassen sich anschließen.
Das wusstest du wahrscheinlich nicht
Ergotherapie heißt wörtlich „Behandlung durch Tun": Geübt wird nicht abstrakt, sondern an der Tätigkeit selbst. Kaffee kochen, Schuhe binden, mit dem Stift schreiben. Genau darin liegt der Unterschied zu reinem Krafttraining.
Was alle wissen wollen
Was macht ein/e Ergotherapeut/in?
Du hilfst Menschen, ihren Alltag wieder selbst zu bewältigen: Fähigkeiten einschätzen, Ziele vereinbaren, mit Übungen und Aktivitäten trainieren, Hilfsmittel anpassen, Angehörige beraten.
Wie viel verdient man als Ergotherapeut/in?
In der Ausbildung gibt es meist keine Vergütung, weil sie schulisch ist. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst in Praxen niedriger als in Kliniken nach TVöD.
Kostet die Ausbildung Schulgeld?
An privaten Schulen ja. In mehreren Bundesländern ist die Ausbildung inzwischen schulgeldfrei. Das ist die entscheidende Frage bei der Schulwahl.
Was ist der Unterschied zur Physiotherapie?
Die Physiotherapie arbeitet an Bewegung und Funktion. Die Ergotherapie arbeitet daran, konkrete Handlungen des Alltags wieder möglich zu machen. Anziehen, essen, schreiben, arbeiten.
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