Chemikant/in
Chemie, Produktion & Verfahrenstechnik
- Dauer
- 42 Monate
- Vergütung im 1. Jahr
- ca. 1.147–1.204 €
- Ausbildungsart
- Duale Ausbildung
- Berufsfeld
- Chemie, Pharma & Labor
Was du machst
Das sind die Aufgaben, die deinen Alltag ausmachen.
-
Produktionsanlagen vorbereiten, anfahren, überwachen und abstellen
-
Rohstoffe dosieren und Stoffströme durch Leitungen und Apparate steuern
-
Temperatur, Druck, Füllstand, Durchfluss und weitere Prozesswerte kontrollieren
-
Proben nehmen und grundlegende Qualitätsprüfungen durchführen
-
Anlagen reinigen, umrüsten und bei Störungen systematisch prüfen
-
Schicht- und Produktionsdaten lückenlos dokumentieren
So sieht dein Arbeitsalltag aus
Bei der Schichtübergabe erfährst du, wie die Anlage läuft und welche Arbeiten anstehen. Im Leitstand kontrollierst du Prozessbilder und Messwerte. Danach gehst du einen Rundgang, hörst auf ungewöhnliche Geräusche, prüfst Armaturen und nimmst eine Probe. Weicht ein Wert ab, klärst du mit dem Team die Ursache und passt den Prozess innerhalb der freigegebenen Grenzen an. Bei Produktwechseln wird die Anlage vorbereitet und gereinigt. Jeder Eingriff und jede Messung wird dokumentiert.
Wo du arbeitest
Du arbeitest in Produktionsbetrieben der Chemie-, Pharma-, Kunststoff-, Lack-, Baustoff- oder Mineralölindustrie. Arbeitsorte sind Leitstände, Produktionshallen, Laborbereiche und teilweise Außenanlagen.
So läuft dein Tag
Ehrlich aufgeschrieben, mit Uhrzeiten. Kein Tag ist wie der andere, so kann er aber aussehen.
-
6:00 Uhr
Schichtübergabe in der Messwarte.
Fahrweise, Störungen, offene Punkte.
-
7:00 Uhr
Rundgang durch die Anlage: Pumpen, Ventile, Leckagen, Geräusche.
Vieles merkt man vor Ort und nicht am Bildschirm.
-
9:30 Uhr
Produktwechsel vorbereiten: spülen, Parameter umstellen, Freigaben einholen.
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12:00 Uhr
Probenahme und Übergabe ans Labor.
-
14:00 Uhr
Störung: Ein Reaktor erreicht seine Temperatur nicht.
Ursache eingrenzen und Maßnahmen abstimmen.
-
17:30 Uhr
Fahrweise dokumentieren und an die Nachtschicht übergeben.
So läuft die Ausbildung
-
Form und Dauer
Duale Ausbildung in der chemischen Industrie
42 Monate
Lernorte: Unternehmen und Berufsschule. Im Unternehmen arbeitest du mit, in der Berufsschule kommt die Theorie dazu.
Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.
-
Welchen Abschluss du brauchst
Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Viele Chemieunternehmen stellen mit mittlerem Abschluss ein. Chemie, Physik, Mathematik und Technik helfen dir, Prozesse und Anlagen zu verstehen.
Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Technisches Interesse, Sicherheitsbewusstsein, Schichttauglichkeit und ein Praktikum in der Produktion sind ebenfalls wichtig.
-
Wahlqualifikationen
Mehrere Wahlqualifikationen passen die Ausbildung an den konkreten Produktionsbetrieb an. Der gemeinsame Abschluss bleibt Chemikant/in.
– Produktion und Verfahren
– Instandhaltung und Anlagentechnik
– Umwelttechnik, Digitalisierung oder besondere Stoffsysteme
- chemische und physikalische Grundoperationen anwenden
- verfahrenstechnische Anlagen bedienen und überwachen
- Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik nutzen
- Proben nehmen und Qualität kontrollieren
- Anlagen warten, umrüsten, reinigen und sicher freigeben
- Prozessleitsysteme und digitale Produktionsdaten verwenden
- betriebliche Wahlqualifikationen passend zur Produktion vertiefen
Was du verdienst
Als Bandbreite, weil Region und Tarif unterscheiden. Ehrlich statt geschönt.
1. Ausbildungsjahr
ca. 1.147–1.204 €
2. Ausbildungsjahr
ca. 1.222–1.315 €
3. Ausbildungsjahr
ca. 1.277–1.389 €
4. Ausbildungsjahr
ca. 1.329–1.486 €
Nach der Ausbildung
Einstieg
ca. 3.400–4.000 € brutto im Monat inklusive Schichtzuschlägen
Mit Meister oder Schichtführung
ca. 4.500–5.800 € brutto im Monat
Die Chemieindustrie zahlt nach Flächentarif, und die Zuschläge für vollkontinuierliche Schicht sind erheblich. Frag im Bewerbungsgespräch nach Tarifbindung und Schichtmodell.
Tarifliche Spannweiten der chemischen Industrie 2026, brutto pro Monat
Die genaue Vergütung hängt vom Tarifgebiet und Ausbildungsbetrieb ab.
Beides gehört dazu
Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.
Ehrlich anstrengend
- Vollkontinuierlicher Schichtbetrieb, auch an Weihnachten. Der Körper braucht Jahre, bis er sich daran gewöhnt.
- Du arbeitest mit Stoffen, die gefährlich sind, und mit Anlagen unter Druck.
- Alarme im Nachtdienst sind unangenehm, und Entscheidungen müssen trotzdem schnell fallen.
- Schutzausrüstung ist Pflicht und im Sommer unbequem.
Besser als sein Ruf
- Mit Schichtzuschlägen gehört der Verdienst zu den höchsten, die eine duale Ausbildung erreicht.
- Die Chemieindustrie ist stark tarifgebunden, mit Jahresleistung und Altersvorsorge.
- Du verantwortest Anlagen im Millionenwert, und das schon wenige Jahre nach der Ausbildung.
- Schichtarbeit heißt auch: mehrere freie Tage am Stück, wenn andere arbeiten.
Passt zu dir, wenn …
- du Chemie und große technische Anlagen verbinden möchtest
- du bei Messwerten und Sicherheitsregeln dauerhaft konzentriert bleibst
- du Schichtarbeit und klare Teamübergaben akzeptieren kannst
- du Störungen ruhig und systematisch untersuchst
- Technik
- Maschinen
Nicht sicher?
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Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.
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Anlagenfahrer und Schichtführung
Mit Erfahrung übernimmst du die Verantwortung für eine Anlage und später für eine Schicht. Der übliche Aufstieg im Werk.
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Industriemeister/in Chemie
Die Aufstiegsfortbildung des Berufs. Danach führst du Personal, planst Fahrweisen und verantwortest Sicherheit und Ausbeute.
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Techniker/in für Chemietechnik
Über eine Fachschule kommst du in Verfahrensplanung, Arbeitsvorbereitung und Optimierung.
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Prozessleittechnik
Anlagen werden aus der Messwarte gefahren. Wer die Leittechnik beherrscht, arbeitet an der Stelle, an der alles zusammenläuft.
Das wusstest du wahrscheinlich nicht
Viele chemische Anlagen laufen jahrelang durch und werden nur zur Revision abgestellt. Anfahren und Abfahren gehören deshalb zu den anspruchsvollsten Aufgaben im Beruf und werden eigens geübt.
Was alle wissen wollen
Wie viel verdient man als Chemikant/in?
In der Ausbildung liegt die Vergütung in tarifgebundenen Betrieben zwischen rund 1.150 und 1.200 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst mit Schichtzuschlägen deutlich über dem Durchschnitt.
Was macht ein/e Chemikant/in?
Du fährst chemische Produktionsanlagen: Stoffe dosieren, Reaktionen überwachen, Anlagen an- und abfahren, Störungen erkennen, Proben ziehen und die Fahrweise dokumentieren.
Was ist der Unterschied zum Chemielaboranten?
Der Laborant analysiert und entwickelt im Labor, im Kleinen. Du produzierst im Großen und trägst Verantwortung für eine laufende Anlage.
Arbeite ich im Schichtbetrieb?
In den meisten Werken ja, vollkontinuierlich. Chemische Anlagen lassen sich nicht abends abschalten und morgens wieder anfahren.
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