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Chemielaborant/in

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Du untersuchst Stoffe, stellst chemische Verbindungen her und entwickelst oder optimierst Analyseverfahren. Dafür baust du Versuche auf, arbeitest mit modernen Messgeräten und wertest Daten aus. Saubere Dokumentation und sicherer Umgang mit Chemikalien gehören immer dazu.

Chemie, Labor & Forschung

Dauer
42 Monate
Vergütung im 1. Jahr
ca. 1.147–1.204 €
Ausbildungsart
Duale Ausbildung
Dein Job

Was du machst

Das sind die Aufgaben, die deinen Alltag ausmachen.

  • chemische Versuche planen und Apparaturen aufbauen

  • anorganische und organische Stoffe herstellen und reinigen

  • Proben vorbereiten und qualitative und quantitative Analysen durchführen

  • chromatografische, spektroskopische und physikalische Verfahren anwenden

  • Laborgeräte kalibrieren, steuern und Messdaten digital erfassen

  • Ergebnisse auswerten, beurteilen und lückenlos dokumentieren

So sieht dein Arbeitsalltag aus

Du prüfst Versuchsplan, Chemikalien, Geräte und Sicherheitsmaßnahmen. Danach wiegst du Stoffe ab, setzt Lösungen an oder baust eine Apparatur auf. Während der Reaktion kontrollierst du Temperatur, Druck, pH-Wert oder andere Messgrößen. Anschließend trennst und reinigst du Produkte oder untersuchst eine Probe mit Analysegeräten. Die Software liefert Messdaten, die du auswertest und auf Plausibilität prüfst. Jeder Arbeitsschritt, jede Abweichung und jedes Ergebnis wird dokumentiert.

Wo du arbeitest

Du arbeitest in Laboren der Chemie-, Pharma-, Lebensmittel-, Kosmetik- oder Werkstoffindustrie, an Hochschulen, in Untersuchungsämtern, Umweltlaboren oder in der medizinischen Analytik.

Ein Tag als Chemielaborant/in

So läuft dein Tag

Ehrlich aufgeschrieben, mit Uhrzeiten. Kein Tag ist wie der andere, so kann er aber aussehen.

  1. 7:30 Uhr

    Proben aus der Produktion übernehmen und Prüfaufträge sortieren.

  2. 8:30 Uhr

    Probenvorbereitung: einwiegen, lösen, aufschließen.

    Fehler hier zeigen sich erst am Ende.

  3. 10:30 Uhr

    Messung am Chromatographen.

    Gerät kalibrieren, Sequenz starten, Chromatogramme prüfen.

  4. 13:00 Uhr

    Synthese im Abzug: ansetzen, überwachen, aufarbeiten.

  5. 15:00 Uhr

    Auswertung und Dokumentation.

    Was nicht dokumentiert ist, gilt als nicht gemacht.

  6. 16:30 Uhr

    Geräte reinigen, Abfälle korrekt entsorgen, Laborbuch abschließen.

Der Weg

So läuft die Ausbildung

  • Form und Dauer

    Duale Ausbildung in der Industrie

    42 Monate

    Lernorte: Unternehmen und Berufsschule. Im Unternehmen arbeitest du mit, in der Berufsschule kommt die Theorie dazu.

    Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

  • Welchen Abschluss du brauchst

    Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Viele Unternehmen stellen Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Abschluss, Fachabitur oder Abitur ein. Chemie, Mathematik und Physik sind besonders wichtig.

    Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Laborpraktika, sorgfältiges Arbeiten, naturwissenschaftliche Neugier und ein sicherer Umgang mit Zahlen können stark überzeugen.

  • Wahlqualifikationen

    Die Ausbildung enthält mehrere betriebliche Wahlqualifikationen. Welche Kombination du erhältst, richtet sich nach Labor, Produkten und Forschungsbereich des Betriebs.

    – analytische Verfahren und präparative Chemie

    – Synthese, Verfahrenstechnik oder Qualitätssicherung

    – digitale, automatisierte und vernetzte Laborsysteme

  • Laborarbeiten sicher und qualitätsgerecht planen
  • mit Gefahrstoffen, Säuren, Basen, Gasen und Lösemitteln umgehen
  • anorganische und organische Präparate herstellen
  • Stoffgemische trennen, reinigen und charakterisieren
  • chemische und physikalische Analyseverfahren anwenden
  • Messgeräte kalibrieren und digital steuern
  • betriebliche Wahlqualifikationen und moderne Laborsysteme vertiefen
Geld

Was du verdienst

Als Bandbreite, weil Region und Tarif unterscheiden. Ehrlich statt geschönt.

1. Ausbildungsjahr

ca. 1.147–1.204 €

2. Ausbildungsjahr

ca. 1.222–1.315 €

3. Ausbildungsjahr

ca. 1.277–1.389 €

4. Ausbildungsjahr

ca. 1.329–1.486 €

Nach der Ausbildung

Einstieg

ca. 3.300–3.900 € brutto im Monat

Mit Meister, Techniker oder Spezialisierung

ca. 4.200–5.500 € brutto im Monat

Die Chemieindustrie zahlt nach Flächentarif, mit Jahresleistung und Zusatzversorgung. Frag im Bewerbungsgespräch nach Tarifbindung und Schichtmodell; im Schichtlabor kommen Zuschläge dazu.

Tarifliche Spannweiten der chemischen Industrie 2026, brutto pro Monat

Die Werte unterscheiden sich nach Tarifgebiet. Öffentliche Forschungseinrichtungen können nach TVAöD vergüten.

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Der Umgang mit Gefahrstoffen verlangt jeden Tag Disziplin, auch nach Jahren.
  • Ein großer Teil der Arbeit ist Wiederholung: dieselbe Analyse an vielen Proben.
  • Dokumentation ist umfangreich und nicht verhandelbar, besonders in Pharma und Lebensmitteln.
  • Im Schichtlabor arbeitest du auch nachts und an Wochenenden.

Besser als sein Ruf

  • Die Chemieindustrie zahlt nach Tarif, und das liegt deutlich über dem Durchschnitt der dualen Berufe.
  • Du arbeitest mit Analysentechnik, die in kaum einem anderen Beruf vorkommt.
  • Der Beruf ist breit einsetzbar: Chemie, Pharma, Lebensmittel, Umwelt, Forschung.
  • Meister, Techniker und Studium sind gut ausgebaute Wege, und Betriebe fördern sie.
Ehrlicher Abgleich

Passt zu dir, wenn …

  • du Chemie nicht nur lernen, sondern praktisch untersuchen möchtest
  • du bei Zahlen, Proben und Sicherheitsregeln sehr genau arbeitest
  • du moderne Geräte und digitale Messdaten interessant findest
  • du ruhig bleibst, wenn eine Versuchsreihe anders läuft als erwartet
  • Mathematik
  • Genauigkeit
  • Analytisches Denken

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Deine Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

  • Industriemeister/in Chemie oder Techniker/in

    Beide Wege führen in Laborleitung, Arbeitsvorbereitung und Führung. Berufsbegleitend machbar und von vielen Betrieben unterstützt.

  • Analytik und instrumentelle Methoden

    Chromatographie, Spektroskopie, Massenspektrometrie: Wer ein Verfahren wirklich beherrscht, wird im Labor zur Ansprechperson.

  • Qualitätssicherung und Validierung

    In Pharma und Lebensmitteln entscheidet die Dokumentation über die Freigabe. Wer die Regeln kennt, arbeitet an einer verantwortungsvollen Stelle.

  • Studium Chemie oder Chemieingenieurwesen

    Mit Fachhochschulreife oder über den Technikerabschluss kannst du studieren, häufig berufsbegleitend.

Das wusstest du wahrscheinlich nicht

Im Labor gilt: Was nicht dokumentiert ist, wurde nicht gemacht. Das Laborbuch ist deshalb kein Notizheft, sondern ein Nachweis, der im Streitfall vor Gericht Bestand haben muss.

Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Chemielaborant/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung in tarifgebundenen Betrieben zwischen rund 1.150 und 1.200 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung zahlt die Chemieindustrie nach Flächentarif und damit deutlich über dem Durchschnitt.

Was macht ein/e Chemielaborant/in?

Du planst und führst Versuche durch: Proben vorbereiten, Substanzen synthetisieren, mit Geräten analysieren, Messwerte auswerten, dokumentieren und Ergebnisse beurteilen.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Dreieinhalb Jahre. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Ist die Arbeit gefährlich?

Mit Gefahrstoffen wird täglich gearbeitet, und genau deshalb sind Schutzmaßnahmen, Abzüge und Betriebsanweisungen streng geregelt. Wer sich daran hält, arbeitet sicher.

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