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Seiler/in

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Du stellst Seile und Netze aus Naturfasern, Chemiefasern oder Stahldraht her. Je nach Schwerpunkt produzierst du das Seil, versiehst es mit Endverbindungen oder fertigst Netze für Industrie, Sport, Schifffahrt und Sicherheit.

Seile, Netze & technisches Handwerk

Dauer
3 Jahre
Vergütung im 1. Jahr
ab 724 €
Ausbildungsart
Duale Ausbildung
Dein Job

Was du machst

Das sind die Aufgaben, die deinen Alltag ausmachen.

  • Fasern, Drähte und Zubehör nach Belastung auswählen

  • Seilmaschinen einrichten und Material zuführen

  • Garne, Litzen und Drähte verseilen

  • Seile ablängen, spleißen und mit Endverbindungen versehen

  • Netze knüpfen, konfektionieren und reparieren

  • Durchmesser, Bruchlast, Aufbau und Qualität kontrollieren

So sieht dein Arbeitsalltag aus

Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Fasern, Drähte und Zubehör nach Belastung auswählen; Seilmaschinen einrichten und Material zuführen; Garne, Litzen und Drähte verseilen. Später kommen hinzu: Seile ablängen, spleißen und mit Endverbindungen versehen; Netze knüpfen, konfektionieren und reparieren; Durchmesser, Bruchlast, Aufbau und Qualität kontrollieren. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Ergebnisse werden kontrolliert, Abweichungen dokumentiert und der Arbeitsbereich sauber übergeben.

Wo du arbeitest

Du arbeitest in Seilereien, Drahtseilwerken, Netzkonfektion, technischen Textilbetrieben sowie bei Herstellern von Hebe-, Sport- und Sicherheitsausrüstung.

Ein Tag als Seiler/in

So läuft dein Tag

Ehrlich aufgeschrieben, mit Uhrzeiten. Kein Tag ist wie der andere, so kann er aber aussehen.

  1. 7:00 Uhr

    Auftrag prüfen: Seiltyp, Durchmesser, Länge, Tragfähigkeit.

  2. 8:00 Uhr

    Maschine einrichten und Seil schlagen, Schlaglänge kontrollieren.

  3. 10:30 Uhr

    Endverbindungen herstellen: pressen, spleißen, Kauschen einsetzen.

  4. 12:30 Uhr

    Anschlagmittel kennzeichnen und Prüfzeugnis ausstellen.

  5. 14:00 Uhr

    Gebrauchte Seile prüfen: Drahtbrüche zählen, Ablegereife beurteilen.

  6. 16:00 Uhr

    Ware verpacken, Lager auffüllen.

Der Weg

So läuft die Ausbildung

  • Form und Dauer

    Duale Ausbildung im Seiler-Handwerk

    3 Jahre

    Lernorte: Unternehmen und Berufsschule. Im Unternehmen arbeitest du mit, in der Berufsschule kommt die Theorie dazu.

    Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

  • Welchen Abschluss du brauchst

    Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind besonders Werken/Technik, Mathematik, Physik, Chemie.

    Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

  • Schwerpunkte

    Seilherstellung konzentriert sich auf Fasern, Litzen und Maschinen; Seilkonfektion auf Endverbindungen und einsatzfertige Produkte; Netzkonfektion auf Netze und großflächige Geflechte.

    – Seilherstellung

    – Seilkonfektion

    – Netzkonfektion

  • Natur-, Chemiefasern und Drahtwerkstoffe unterscheiden
  • Seilmaschinen rüsten und bedienen
  • Garne, Litzen und Seile herstellen
  • Spleiße, Schlaufen und Beschläge anbringen
  • Netze herstellen und konfektionieren
  • Belastbarkeit und Qualität prüfen
  • einen Schwerpunkt betrieblich vertiefen
Geld

Was du verdienst

Als Bandbreite, weil Region und Tarif unterscheiden. Ehrlich statt geschönt.

1. Ausbildungsjahr

mind. 724 €

2. Ausbildungsjahr

mind. 854 €

3. Ausbildungsjahr

mind. 977 €

Nach der Ausbildung

Einstieg

ca. 2.300–2.800 € brutto im Monat

Mit Prüfbefähigung oder in der Industrie

ca. 3.000–3.900 € brutto im Monat

Industriebetriebe mit Tarifbindung zahlen deutlich besser als kleine Handwerksbetriebe.

Gesetzliche Mindestausbildungsvergütung 2026, brutto pro Monat

Für dem sehr kleinen Seiler-Handwerk liegt derzeit keine belastbare bundesweite typische Vergütungsspanne vor. Tarifverträge oder betriebliche Regelungen können deutlich höhere Beträge vorsehen.

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Sehr wenige Ausbildungsbetriebe im ganzen Land.
  • Schwere Ware: Seiltrommeln bewegt man nicht von Hand.
  • Lärm an den Maschinen und Öl an den Drähten.
  • Verantwortung: An einem Anschlagmittel hängt im Wortsinn eine Last.

Besser als sein Ruf

  • Ein seltener Beruf mit sehr guten Übernahmechancen.
  • Industrieseile sind Hightech mit Prüfvorschriften und Zeugnissen.
  • Prüfbefähigungen erhöhen den Verdienst spürbar.
  • Traditionshandwerk mit hochmoderner Anwendung.
Ehrlicher Abgleich

Passt zu dir, wenn …

  • du Materialien und Maschinen gleichermaßen interessant findest
  • du sicherheitsrelevante Verbindungen sehr genau ausführst
  • du körperlich mit langen und schweren Produkten umgehen kannst
  • du einen seltenen technischen Handwerksberuf suchst
  • Handwerk
  • Maschinen
  • Körperliche Arbeit

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Deine Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

  • Meister/in im Seilerhandwerk

    Ein sehr kleines Handwerk mit Meisterprüfung und eigener Werkstatt als Ziel.

  • Anschlagmittel und Prüfung

    Seile und Ketten für Hebezeuge müssen geprüft werden. Wer das darf, hat eine gefragte Befähigung.

  • Industrieseile

    Kranseile, Förderseile und Seilbahnen sind ein technisches Feld mit hoher Verantwortung.

  • Spleißen und Endverbindungen

    Fachgerechte Endverbindungen entscheiden über die Tragfähigkeit. Eine Kunst mit Nachweis.

Das wusstest du wahrscheinlich nicht

Ein Drahtseil wird nicht ausgetauscht, wenn es reißt, sondern lange vorher: Ab einer festgelegten Zahl sichtbarer Drahtbrüche je Seillänge gilt es als ablegereif. Diese Zählung ist der Grund, warum Kranseile regelmäßig Meter für Meter abgegangen werden.

Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Was macht ein/e Seiler/in?

Du stellst Seile und Netze her und rüstest sie aus: Fasern und Drähte verarbeiten, schlagen und flechten, Endverbindungen und Spleiße herstellen, Anschlagmittel konfektionieren und prüfen.

Wie viel verdient man als Seiler/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung bei mindestens rund 724 € im ersten Jahr, in Industriebetrieben deutlich darüber. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst im Bereich vergleichbarer Fertigungsberufe.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Seiler?

Drei Jahre.

Gibt es diesen Beruf noch?

Ja, vor allem in der Industrie: Krane, Aufzüge, Seilbahnen, Häfen und Baustellen brauchen Seile und geprüfte Anschlagmittel.

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