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Maßschuhmacher/in

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Du fertigst individuelle Schuhe nach Fußmaß und Kundenwunsch. Leisten, Schnitt, Leder, Bodenaufbau, Passform und handwerkliche Verbindung müssen exakt zusammenspielen.

Schuhe, Leder & Maßarbeit

Dauer
3 Jahre
Vergütung im 1. Jahr
ca. 893 €
Ausbildungsart
Duale Ausbildung
Dein Job

Was du machst

Das sind die Aufgaben, die deinen Alltag ausmachen.

  • Füße messen und Kunden zu Modellen beraten

  • Leisten auswählen, anpassen oder herstellen

  • Schnittmuster und Schaftteile vorbereiten

  • Leder und weitere Materialien zuschneiden und nähen

  • Schaft, Brandsohle, Laufsohle und Absatz verbinden

  • Schuhe anpassen, reparieren und pflegen

So sieht dein Arbeitsalltag aus

Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Füße messen und Kunden zu Modellen beraten; Leisten auswählen, anpassen oder herstellen; Schnittmuster und Schaftteile vorbereiten. Später kommen hinzu: Leder und weitere Materialien zuschneiden und nähen; Schaft, Brandsohle, Laufsohle und Absatz verbinden; Schuhe anpassen, reparieren und pflegen. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Wichtig ist, dass du Ergebnisse kontrollierst, Abweichungen dokumentierst und deinen Arbeitsbereich sauber übergibst.

Wo du arbeitest

Du arbeitest in Maßschuhmacherwerkstätten, Schuhmanufakturen, Reparaturbetrieben, Theatern oder spezialisierten orthopädie- und modebezogenen Werkstätten.

Ein Tag als Maßschuhmacher/in

So läuft dein Tag

Ehrlich aufgeschrieben, mit Uhrzeiten. Kein Tag ist wie der andere, so kann er aber aussehen.

  1. 8:00 Uhr

    Maß nehmen: Länge, Ballenbreite, Rist, Besonderheiten aufzeichnen.

  2. 9:30 Uhr

    Leisten aufbauen, Korrekturen mit Leder auftragen.

  3. 11:00 Uhr

    Schaft zuschneiden und nähen, Futter einarbeiten.

  4. 13:00 Uhr

    Zwicken: Schaft über den Leisten spannen und fixieren.

  5. 15:00 Uhr

    Boden aufbauen, Rahmen nähen oder kleben, Absatz setzen.

  6. 17:00 Uhr

    Ausputzen und polieren, Reparaturen des Tages abarbeiten.

Der Weg

So läuft die Ausbildung

  • Form und Dauer

    Duale Ausbildung im Handwerk

    3 Jahre

    Lernorte: Unternehmen und Berufsschule. Im Unternehmen arbeitest du mit, in der Berufsschule kommt die Theorie dazu.

    Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

  • Welchen Abschluss du brauchst

    Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Als Orientierung nennen viele Betriebe: mittlerer Abschluss. Hilfreich sind besonders Werken/Technik, Kunst/Gestaltung, Mathematik, Biologie.

    Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

  • Fachrichtungen

    Maßschuhe umfasst den vollständigen Aufbau individueller Schuhe. Schaftbau konzentriert sich auf Schnitt, Gestaltung und Fertigung der oberen Schuhteile.

    – Maßschuhe

    – Schaftbau

  • Füße, Maße und Passform beurteilen
  • Leisten und Schnittmuster herstellen
  • Leder, Textilien und Sohlenmaterialien auswählen
  • Schäfte zuschneiden, steppen und montieren
  • Böden, Absätze und Sohlen aufbauen
  • Anproben, Korrekturen und Reparaturen durchführen
  • eine der beiden Fachrichtungen vertiefen
Geld

Was du verdienst

Als Bandbreite, weil Region und Tarif unterscheiden. Ehrlich statt geschönt.

1. Ausbildungsjahr

ca. 893 €

2. Ausbildungsjahr

ca. 1.011 €

3. Ausbildungsjahr

ca. 1.128 €

Nach der Ausbildung

Einstieg

ca. 2.200–2.600 € brutto im Monat

Mit Meisterbrief oder eigener Werkstatt

ca. 2.800–4.000 € brutto im Monat

Die Spanne hängt fast vollständig am Geschäftsmodell. Werkstätten mit Reparatur und orthopädischer Zurichtung stehen deutlich stabiler.

Branchenorientierung des Schuh- und Orthopädieschuhmacher-Handwerks

Für den seltenen Maßschuhbau gibt es nur wenige Ausbildungsbetriebe; regionale Vereinbarungen können abweichen.

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Sehr kleines Handwerk mit wenigen Ausbildungsplätzen.
  • Kleber, Staub und Lärm gehören zur Werkstatt.
  • Kraft in den Händen ist nötig, besonders beim Zwicken.
  • Maßschuhe brauchen viele Stunden, und die muss jemand bezahlen.

Besser als sein Ruf

  • Ein Paar Maßschuhe hält Jahrzehnte und lässt sich immer wieder aufarbeiten.
  • Reparatur ist ein wachsendes Geschäft, weil gute Schuhe teuer sind.
  • Du beherrschst am Ende ein Handwerk, das nur noch wenige können.
  • Die Kombination mit orthopädischer Arbeit sichert die Werkstatt ab.
Ehrlicher Abgleich

Passt zu dir, wenn …

  • du Leder, Schuhe und feine Handarbeit magst
  • du Maße und dreidimensionale Passform gut verstehst
  • du geduldig an Einzelstücken arbeitest
  • du Kundenwünsche und funktionelle Anforderungen verbinden möchtest
  • Handwerk
  • Genauigkeit
  • Räumliches Denken

Nicht sicher?

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Deine Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

  • Meister/in im Schuhmacherhandwerk

    Der Meisterbrief führt zur eigenen Werkstatt mit Maßarbeit und Reparatur.

  • Orthopädische Zurichtung

    Wer zusätzlich orthopädisch arbeitet, erschließt sich Kundschaft mit ärztlicher Verordnung.

  • Reparatur und Restaurierung

    Gute Schuhe werden repariert statt ersetzt. Ein Geschäft, das mit dem Preis guter Schuhe wächst.

  • Bühne und Historik

    Theater und Film brauchen Schuhe, die es nicht zu kaufen gibt.

Das wusstest du wahrscheinlich nicht

Der Leisten ist nicht der Abdruck des Fußes, sondern seine Übersetzung: Er ist an einigen Stellen enger und an anderen weiter, damit der fertige Schuh beim Gehen trägt statt zu drücken. Deshalb ist jeder Leisten ein Werkstück für sich und wird aufbewahrt.

Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Was macht ein/e Maßschuhmacher/in?

Du fertigst Schuhe von Grund auf: Fuß vermessen, Leisten anfertigen oder anpassen, Schaft zuschneiden und nähen, Boden aufbauen, ausputzen. Dazu kommen Reparaturen aller Art.

Wie viel verdient man als Maßschuhmacher/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung bei rund 893 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst im Bereich vergleichbarer Handwerksberufe; mit eigener Werkstatt hängt er an der Kundschaft.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Maßschuhmacher?

Drei Jahre.

Kann man davon leben?

Ja, aber meistens in einer Mischung: Maßarbeit, Reparatur und oft orthopädische Zurichtungen. Reine Maßschuhmacherei ist ein sehr kleiner Markt.

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