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Glasmacher/in

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Du stellst Glasprodukte aus heißer Glasschmelze her. Du bereitest Rohstoffe und Formen vor, steuerst Schmelz- und Formgebungsprozesse und prüfst, ob Maße, Oberfläche und Spannungen stimmen.

Glas, Ofen & Industrie

Dauer
3 Jahre
Vergütung im 1. Jahr
ca. 1.200 €
Ausbildungsart
Duale Ausbildung
Dein Job

Was du machst

Das sind die Aufgaben, die deinen Alltag ausmachen.

  • Rohstoffe und Gemenge für die Glasschmelze vorbereiten

  • Schmelzöfen und Temperaturverläufe überwachen

  • heiße Glasmasse aufnehmen und formen

  • Formen und Werkzeuge einrichten und pflegen

  • Produkte kontrolliert kühlen und nachbehandeln

  • Maße, Oberfläche, Farbe und Fehler prüfen

So sieht dein Arbeitsalltag aus

Du kontrollierst Ofen, Temperatur, Auftrag und vorbereitete Formen. Die Glasschmelze muss die richtige Viskosität haben, bevor sie aufgenommen, gepresst, geblasen oder maschinell geformt wird. Du beobachtest den Prozess und reagierst auf Abweichungen bei Temperatur oder Formfüllung. Im Kühlofen bauen sich Spannungen kontrolliert ab. Danach prüfst du Produkte auf Maß, Einschlüsse, Risse und Oberfläche.

Wo du arbeitest

Du arbeitest in Hohlglas-, Behälterglas-, Spezialglas- oder Kunstglasunternehmen. Arbeitsorte sind Schmelzbereich, Produktionshalle, Formgebung, Kühlofen und Qualitätsprüfung.

Ein Tag als Glasmacher/in

So läuft dein Tag

Ehrlich aufgeschrieben, mit Uhrzeiten. Kein Tag ist wie der andere, so kann er aber aussehen.

  1. 6:00 Uhr

    Ofen kontrollieren und Werkzeug vorbereiten.

    Ohne die richtige Temperatur geht nichts.

  2. 7:00 Uhr

    Erste Posten nehmen.

    Menge, Temperatur und Timing entscheiden über die Form.

  3. 9:30 Uhr

    Formglas: in die Form blasen, abheben, absprengen.

    Im Takt, weil das Glas nicht wartet.

  4. 12:00 Uhr

    Kühlofen beschicken.

    Zu schnell gekühltes Glas springt später von selbst.

  5. 13:30 Uhr

    Nacharbeit: schleifen, sprengen, Ränder verputzen.

  6. 15:00 Uhr

    Werkstatt aufräumen und die Öfen für morgen einstellen.

Der Weg

So läuft die Ausbildung

  • Form und Dauer

    Duale Ausbildung in der Industrie

    3 Jahre

    Lernorte: Unternehmen und Berufsschule. Im Unternehmen arbeitest du mit, in der Berufsschule kommt die Theorie dazu.

    Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

  • Welchen Abschluss du brauchst

    Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind besonders Physik, Chemie, Werken/Technik.

    Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

  • Monoberuf

    Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Produkt und Betrieb bestimmen, ob Behälter, Hohlglas, technisches Glas oder besondere Formteile hergestellt werden.

  • Rohstoffe, Gemenge und Glasarten beurteilen
  • Schmelz- und Kühlofenprozesse überwachen
  • heiße Glasmasse manuell und maschinell formen
  • Formen, Werkzeuge und Anlagen einrichten
  • Temperatur, Viskosität und Prozesswerte kontrollieren
  • Glasprodukte kühlen und nachbehandeln
  • Fehler erkennen, Qualität sichern und Energie effizient nutzen
Geld

Was du verdienst

Als Bandbreite, weil Region und Tarif unterscheiden. Ehrlich statt geschönt.

1. Ausbildungsjahr

1.200 €

2. Ausbildungsjahr

1.230 €

3. Ausbildungsjahr

1.370 €

Nach der Ausbildung

Einstieg

ca. 2.500–3.000 € brutto im Monat

Die Betriebe sind klein und selten tarifgebunden, deshalb entscheidet der einzelne Arbeitgeber. In Industriehütten liegt der Verdienst höher als in kleinen Werkstätten. Frag im Bewerbungsgespräch konkret nach.

Tarifbeispiel Glasindustrie 2026

Das Beispiel stammt aus der Glasindustrie; Tarifgebiet und Unternehmen können abweichen.

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Hitze den ganzen Tag, direkt vor dem Ofen. Im Sommer ist das eine echte Belastung.
  • Der Arbeitsrhythmus richtet sich nach dem Glas: Es kühlt ab, ob du fertig bist oder nicht.
  • Es gibt bundesweit sehr wenige Ausbildungsbetriebe.
  • Ein Stück, das nicht gelingt, geht zurück in die Wanne. Das ist normal und trotzdem ärgerlich.

Besser als sein Ruf

  • Du beherrschst am Ende etwas, das kaum jemand kann, und siehst jedes Stück entstehen.
  • Restaurierung und Denkmalpflege suchen Werkstätten, die historische Techniken noch können.
  • Kurse und Direktverkauf sind ein zweites Standbein, das in vielen Handwerken fehlt.
  • Glas ist vollständig wiederverwertbar: Misslungenes ist kein Abfall, sondern Rohstoff.
Ehrlicher Abgleich

Passt zu dir, wenn …

  • du Hitze, Werkstoffe und industrielle Prozesse spannend findest
  • du Maschinen und handwerkliche Formgebung verbinden möchtest
  • du auch im Schichtbetrieb konzentriert arbeitest
  • du Prozesswerte und Glasfehler genau beobachtest
  • Handwerk
  • Körperliche Arbeit
  • Räumliches Denken

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Deine Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

  • Meister/in im Glasmacherhandwerk

    Mit Berufserfahrung kannst du die Meisterprüfung ablegen, ausbilden und eine eigene Hütte führen.

  • Spezialisierung auf eine Technik

    Freies Formen, Formglas, Farbüberfang, Lampenglas: Wer eine Technik wirklich beherrscht, arbeitet an den Stücken, für die es sonst niemanden gibt.

  • Restaurierung und Denkmalpflege

    Historische Gläser und Hüttenglas für alte Fenster werden bis heute gebraucht, und dafür gibt es kaum noch Werkstätten.

  • Eigene Werkstatt mit Direktvertrieb

    Kleine Hütten leben von Einzelstücken, Kursen und Verkauf vor Ort. Das verlangt kaufmännisches Wissen und macht unabhängig.

Das wusstest du wahrscheinlich nicht

Misslungene Stücke wandern zurück in die Wanne und werden neu eingeschmolzen. Ausschuss im eigentlichen Sinn gibt es in einer Glashütte kaum, nur Glas, das noch einmal durch den Ofen geht.

Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Glasmacher/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Betrieb bei rund 1.200 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung hängt der Verdienst stark daran, ob du in einer Hütte angestellt bist oder selbst verkaufst; belastbare Durchschnittswerte gibt es kaum, weil der Beruf sehr klein ist.

Was macht ein/e Glasmacher/in?

Du formst heißes Glas: aus der Wanne nehmen, an der Pfeife formen, blasen, in Formen ausblasen, kühlen und nachbearbeiten. Dazu kommen Farbaufträge und Veredelung.

Was ist der Unterschied zum Verfahrensmechaniker für Glastechnik?

Der Verfahrensmechaniker fährt industrielle Anlagen, in denen Maschinen formen. Du formst selbst, im Handwerk und in kleinen Stückzahlen.

Wo kann man diesen Beruf lernen?

In sehr wenigen Betrieben, überwiegend in traditionellen Glasregionen. Wer den Beruf lernen will, muss mit Umzug rechnen.

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