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Brenner/in

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Du stellst aus Obst, Getreide oder anderen Rohstoffen Destillate her. Dafür bereitest du Maischen vor, steuerst die Gärung und trennst bei der Destillation die gewünschten Bestandteile. Qualität, Alkoholgehalt und gesetzliche Vorgaben müssen genau stimmen.

Landwirtschaft, Getränke & Destillation

Dauer
3 Jahre
Vergütung im 1. Jahr
ab 724 €
Ausbildungsart
Duale Ausbildung
Dein Job

Was du machst

Das sind die Aufgaben, die deinen Alltag ausmachen.

  • Obst, Getreide und weitere Rohstoffe annehmen und auf Qualität prüfen

  • Rohstoffe reinigen, zerkleinern und zu Maischen verarbeiten

  • Gärung mit Hefe ansetzen, überwachen und dokumentieren

  • Brennanlagen vorbereiten und Destillationsvorgänge steuern

  • Destillate trennen, Alkoholgehalt und Qualität prüfen

  • Produkte lagern, mischen, einstellen, abfüllen und kennzeichnen

So sieht dein Arbeitsalltag aus

Je nach Saison beginnt der Tag mit der Annahme und Prüfung von Obst oder Getreide. Du reinigst und zerkleinerst die Rohstoffe, stellst eine Maische her und kontrollierst später Temperatur, Geruch und Verlauf der Gärung. Für den Brennvorgang bereitest du die Anlage vor und erwärmst die vergorene Maische. Du beobachtest Temperatur und Alkoholwerte und trennst die einzelnen Fraktionen. Anschließend wird das Destillat gelagert, auf die gewünschte Stärke eingestellt, geprüft und abgefüllt.

Wo du arbeitest

Du arbeitest in landwirtschaftlichen Brennereien, Obst- und Kornbrennereien, Spirituosenunternehmen oder Betrieben mit eigener Destillation. Arbeitsorte sind Rohstofflager, Gär- und Brennräume, Laborbereiche, Lager und Abfüllung.

Ein Tag als Brenner/in

So läuft dein Tag

Ehrlich aufgeschrieben, mit Uhrzeiten. Kein Tag ist wie der andere, so kann er aber aussehen.

  1. 7:00 Uhr

    Du prüfst die Maischen.

    Gärung braucht die richtige Temperatur, und die kontrollierst du täglich.

  2. 9:00 Uhr

    Der Brennvorgang läuft.

    Du trennst Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf und entscheidest, wo die Grenzen liegen.

  3. 12:00 Uhr

    Laborarbeit.

    Alkoholgehalt messen, Proben ziehen, Werte dokumentieren.

  4. 14:00 Uhr

    Du setzt neue Maischen an und bereitest Obst oder Getreide auf.

  5. 15:30 Uhr

    Reinigung der Anlagen und Eintrag in die Aufzeichnungen für den Zoll.

Der Weg

So läuft die Ausbildung

  • Form und Dauer

    Duale Ausbildung in Landwirtschaft und Industrie

    3 Jahre

    Lernorte: Unternehmen und Berufsschule. Im Unternehmen arbeitest du mit, in der Berufsschule kommt die Theorie dazu.

    Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

  • Welchen Abschluss du brauchst

    Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Chemie und Biologie helfen dir bei Gärung und Destillation, Mathematik bei Mengen und Alkoholberechnungen. Technisches Verständnis ist für die Anlagen wichtig.

    Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Ein Praktikum in einer Brennerei zeigt dir, ob dir die Mischung aus Rohstoffarbeit, Technik und genauer Prozesskontrolle liegt.

  • Monoberuf

    Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Je nach Betrieb arbeitest du stärker mit Obst, Getreide, speziellen Destillaten, Lagerung, Produktentwicklung oder Direktvermarktung.

  • landwirtschaftliche Rohstoffe beurteilen und verarbeiten
  • Maischen herstellen und Gärprozesse steuern
  • Brennanlagen bedienen, reinigen und warten
  • Destillation und Trennung der Fraktionen durchführen
  • Alkoholgehalt und sensorische Qualität bestimmen
  • Destillate lagern, verschneiden, einstellen und abfüllen
  • Branntweinsteuer-, Hygiene- und Kennzeichnungsvorschriften anwenden
Geld

Was du verdienst

Als Bandbreite, weil Region und Tarif unterscheiden. Ehrlich statt geschönt.

1. Ausbildungsjahr

mind. 724 €

2. Ausbildungsjahr

mind. 854 €

3. Ausbildungsjahr

mind. 977 €

Nach der Ausbildung

Einstieg

ca. 2.300–2.900 € brutto im Monat

Der Beruf ist klein, und die Betriebe sind sehr unterschiedlich. Zwischen einer landwirtschaftlichen Brennerei und einem größeren Spirituosenhersteller liegen deutliche Unterschiede. Frag im Bewerbungsgespräch konkret nach.

Gesetzliche Mindestausbildungsvergütung 2026, brutto pro Monat

Für den seltenen Beruf gibt es keine einheitliche bundesweite Tarifvergütung. Landwirtschaftliche oder industrielle Betriebe können höhere Beträge zahlen.

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Der Beruf ist selten. Es gibt wenige Ausbildungsbetriebe, und du musst für eine Stelle womöglich umziehen.
  • Alkohol ist steuerlich streng geregelt. Du dokumentierst viel, und Fehler sind keine Kleinigkeit.
  • In der Brennerei ist es heiß und feucht, und es riecht kräftig.
  • Die Arbeit ist saisonal geprägt. Wenn Obst reif ist, muss es verarbeitet werden.

Besser als sein Ruf

  • Du entscheidest beim Trennen der Läufe selbst, und diese Entscheidung schmeckt man später.
  • Der Beruf verbindet Handwerk, Chemie und Technik.
  • Weil es wenige Fachleute gibt, bist du mit dem Abschluss gefragt.
  • Handwerkliche Brennereien und regionale Spirituosen haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen.
Ehrlicher Abgleich

Passt zu dir, wenn …

  • du natürliche Rohstoffe und technische Anlagen gleichermaßen interessant findest
  • du über lange Zeit aufmerksam und selbstständig arbeiten kannst
  • du bei Messwerten, Hygiene und Dokumentation sehr genau bleibst
  • du mit saisonalen Abläufen und Produkten mit Alkohol verantwortungsvoll umgehst
  • Maschinen

Nicht sicher?

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Deine Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

  • Brennmeister/in

    Die Meisterprüfung ist der Weg in die Verantwortung für den gesamten Brennbetrieb.

  • Destillateurmeister/in

    Wer stärker zu Rezepturen und fertigen Spirituosen will, geht über den Destillateurmeister.

  • Qualitätssicherung

    Sensorik, Labor und Dokumentation werden in größeren Betrieben von eigenen Fachleuten betreut.

  • Eigene Brennerei

    Handwerkliche Brennereien und regionale Spirituosen haben in den letzten Jahren zugenommen. Der eigene Betrieb ist ein realistischer Weg.

Das wusstest du wahrscheinlich nicht

Beim Destillieren wird der erste Teil des Laufs abgetrennt, der Vorlauf, und nicht verwendet. Er enthält leichter flüchtige Stoffe wie Methanol. Wo der Schnitt sitzt, entscheidet der Brenner, und genau daran erkennt man ein gutes Destillat.

Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Brenner/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Betrieb meist zwischen rund 800 und 1.100 € im ersten Jahr. Der Beruf ist sehr klein, deshalb gibt es kaum belastbare Durchschnittswerte; frag im Bewerbungsgespräch konkret nach.

Muss man als Brenner/in Spirituosen trinken?

Zur Qualitätsprüfung werden Produkte sensorisch beurteilt. Das ist professionelle Geruchs- und Geschmacksprüfung, kein privater Alkoholkonsum.

Was ist eine Maische?

Das ist eine vorbereitete Mischung aus zerkleinerten Rohstoffen, Wasser und je nach Verfahren weiteren Bestandteilen, in der Zucker durch Hefe vergoren wird.

Was wird bei der Destillation getrennt?

Bestandteile verdampfen bei unterschiedlichen Temperaturen. Du steuerst den Prozess so, dass unerwünschte und gewünschte Anteile voneinander getrennt werden.

Gibt es viele Ausbildungsplätze?

Nein. Ausbildungsbetriebe liegen häufig in Obst-, Wein- oder Getreideregionen. Eine überregionale Suche ist sinnvoll.

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