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8 Minuten Lesezeit

Kann man YouTuber werden?

YouTuber ist kein Ausbildungsberuf. Aber das Handwerk dahinter, das echte Filmen, Schneiden und Erzählen, kannst du lernen. Wir zeigen dir den ehrlichen Weg zum Traum vom eigenen Kanal und den Ausbildungsberuf, der ihn wahr macht.

von Andreas Jäger

Kann man YouTuber werden?

Fast jeder hat es sich schon einmal ausgemalt. Eigene Videos, eine treue Community, Millionen Aufrufe und Geld verdienen mit dem, was Spaß macht. YouTuber ist für viele junge Menschen längst der Traumberuf schlechthin. Die Frage, die sich dann stellt, ist so einfach wie berechtigt: Kann man YouTuber überhaupt werden, und geht das vielleicht sogar als Ausbildung?

Diese Frage beantworten wir hier ehrlich. Ohne dir deinen Traum auszureden, aber auch ohne dir Sand in die Augen zu streuen. Denn hinter dem Wunsch, YouTuber zu werden, steckt oft ein Talent, das mehr wert ist, als du vielleicht denkst.

Ist YouTuber ein Ausbildungsberuf?

Die kurze Antwort: Nein. Es gibt keine anerkannte Ausbildung zum YouTuber, keine Berufsschule dafür, keinen Gesellenbrief und kein garantiertes Gehalt am Monatsende. Jeder, der auf YouTube groß geworden ist, hat sich das selbst beigebracht, oft über Jahre, mit vielen Videos, die kaum jemand gesehen hat.

Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist viel spannender. Denn auch wenn es den Beruf YouTuber nicht gibt, kannst du fast alles lernen, was ein guter YouTuber wirklich beherrscht. Und dafür gibt es sogar eine richtige Ausbildung mit festem Gehalt.

Aus dem Traum vom eigenen Kanal wird ein echtes Handwerk: Was als Filmen im Kinderzimmer beginnt, lernst du in der Ausbildung von Grund auf.

Was YouTuber in Wirklichkeit den ganzen Tag machen

Von außen sieht es so aus, als würden YouTuber einfach vor der Kamera reden. Wer selbst schon mal ein Video gedreht hat, weiß es besser. Der sichtbare Teil ist nur die Spitze. Der eigentliche Aufwand liegt woanders.

Ein erfolgreicher Kanal bedeutet: Ideen entwickeln, ein Konzept planen, gut filmen, für sauberen Ton und gutes Licht sorgen und danach stundenlang schneiden, bis aus rohem Material eine Geschichte wird, die Menschen bis zum Ende schauen. Dazu kommt das Verständnis für die Zuschauer. Was interessiert sie, was langweilt sie, wann klicken sie weg.

Genau das sind handwerkliche und kreative Fähigkeiten. Und Fähigkeiten kann man lernen.

Der Beruf, der dem YouTuber-Traum am nächsten kommt

Wenn du den Traum vom Filmemachen ernst nimmst, führt ein Weg fast direkt dorthin: die Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton.

In diesem Beruf dreht sich alles um genau die Dinge, die einen guten Kanal ausmachen. Kamera, Ton, Licht, Schnitt und das Erzählen mit bewegten Bildern. Du lernst nicht durch Ausprobieren, sondern von Profis, die seit Jahren Filme, Reportagen und Werbespots produzieren.

Was du in der Ausbildung lernst

Du arbeitest mit professioneller Kameratechnik und verstehst, wie ein Bild wirkt. Du lernst, Ton sauber aufzunehmen und abzumischen, denn schlechter Ton lässt selbst das beste Video billig aussehen. Du beherrschst professionelle Schnittprogramme und weißt, wie man aus einer Stunde Material zwei fesselnde Minuten macht. Und du lernst, wie eine Produktion abläuft, von der ersten Idee bis zum fertigen Video.

Das ist genau das Rüstzeug, das die meisten YouTuber sich mühsam selbst zusammensuchen müssen. Du bekommst es strukturiert und von Anfang an.

Wie lange die Ausbildung dauert und was du verdienst

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Anders als beim Warten auf den ersten viralen Hit bekommst du von Tag eins an ein festes Ausbildungsgehalt. Wie hoch es ausfällt, hängt stark vom Betrieb und vom Bundesland ab. Ein großer Sender oder eine etablierte Produktionsfirma zahlt oft mehr als ein kleines Studio. Die aktuellen Zahlen für deine Region siehst du am besten direkt beim Betrieb oder auf der Berufsseite.

Wichtig ist der Unterschied im Prinzip. Du verdienst Geld, während du lernst. Du hoffst nicht darauf, irgendwann genug Klicks zu sammeln, um über die Runden zu kommen.

Wo du nach der Ausbildung arbeiten kannst

Mit diesem Beruf stehen dir viele Türen offen. Filmproduktionen, Fernsehsender, Werbeagenturen, Streaming-Anbieter und ja, auch die professionellen Studios, in denen große YouTube- und Social-Media-Formate entstehen. Überall dort wird gutes Bild und guter Ton gebraucht. Der Bedarf an Menschen, die Videos wirklich können, wächst mit jedem Jahr, in dem bewegtes Bild wichtiger wird. Und das ist längst nicht mehr aufzuhalten.

Vom Hobby zum Beruf: Als Mediengestalter Bild und Ton arbeitest du an echten Produktionen und kannst deinen eigenen Kanal trotzdem weiterverfolgen.

Weitere Berufe für angehende Content Creator

Mediengestalter Bild und Ton ist der naheliegendste Weg, aber nicht der einzige. Je nachdem, was dich an YouTube am meisten reizt, passen vielleicht auch diese Berufe zu dir.

Wenn dich vor allem das Aufbauen einer Marke und das Begeistern einer Zielgruppe fasziniert, lohnt sich ein Blick auf den Kaufmann für Marketingkommunikation oder den Gestalter für visuelles Marketing. Hier lernst du, wie man Aufmerksamkeit erzeugt und Inhalte plant, und wirst dafür von Unternehmen bezahlt.

Wenn du eher an der Technik hinter Plattformen und Apps interessiert bist, könnte der Fachinformatiker der richtige Weg sein. Und wenn dich Live-Events, Bühne und Sound packen, schau dir die Fachkraft für Veranstaltungstechnik an.

Kann man Ausbildung und eigenen Kanal verbinden?

Ja, und das ist vielleicht der beste Teil. Niemand zwingt dich, deinen Kanal aufzugeben, wenn du eine Ausbildung machst. Im Gegenteil.

Während du deinen Beruf lernst, wirst du bei deinen eigenen Videos automatisch besser. Du drehst sauberer, schneidest schneller und verstehst, warum manche Videos funktionieren und andere nicht. Viele Mediengestalter betreiben nebenbei ihren eigenen Kanal und heben sich damit deutlich von reinen Hobby-YouTubern ab, weil sie ihr Handwerk wirklich beherrschen. Du hast dann ein sicheres Einkommen im Rücken und die Freiheit, deinen Traum ohne finanziellen Druck weiterzuverfolgen.

Die Wahrheit über das Geld

Weil es ehrlich bleiben soll: Von YouTube allein können nur die wenigsten leben. Für jeden bekannten Kanal gibt es Zehntausende, die kaum Aufrufe haben und nie nennenswert Geld verdienen. Wer heute anfängt, konkurriert mit Millionen anderen um dieselbe Aufmerksamkeit.

Das soll dich nicht entmutigen. Es soll dir nur zeigen, warum ein solides Fundament so wertvoll ist. Mit einem echten Beruf in der Tasche kannst du deinen Traum verfolgen, ohne alles auf eine Karte zu setzen. Klappt der Kanal irgendwann groß, umso besser. Klappt er nicht, hast du trotzdem einen Beruf, den du liebst und der gefragt ist.

So findest du heraus, welcher Weg zu dir passt

Vielleicht ist Mediengestalter Bild und Ton genau dein Ding. Vielleicht passt einer der anderen Berufe besser zu dem, was dich wirklich antreibt. Der einfachste Weg, das herauszufinden, dauert nur fünf Minuten.

Auf azubi-o-mat.de beantwortest du 30 kurze Fragen zu deinen Interessen und Stärken. Danach siehst du, welche Ausbildungsberufe zu dir passen und welche Unternehmen in deiner Nähe sie anbieten. Kostenlos, anonym und ohne Anmeldung. Es ist der schnellste Weg, deinen Traum in einen echten Plan zu verwandeln.

Häufige Fragen

Gibt es eine Ausbildung zum YouTuber?

Nein, YouTuber ist kein anerkannter Ausbildungsberuf. Es gibt aber Ausbildungen, die dir genau die Fähigkeiten beibringen, die YouTuber brauchen. Der bekannteste Weg ist die Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton.

Was muss man können, um YouTuber zu werden?

Wichtig sind Kreativität, ein Gespür fürs Erzählen und technisches Können bei Kamera, Ton und Schnitt. Dazu kommt Ausdauer, denn Erfolg kommt selten schnell. Vieles davon lernst du in einer Ausbildung im Medienbereich.

Welcher Beruf passt am besten zu YouTube?

Am nächsten dran ist der Mediengestalter Bild und Ton. Je nach Interesse passen auch Berufe im Marketing, in der Veranstaltungstechnik oder in der Informatik.

Kann man von YouTube leben?

Nur ein sehr kleiner Teil aller YouTuber verdient genug, um davon zu leben. Für die meisten bleibt es ein Hobby oder ein Nebenverdienst. Deshalb ist es klug, den Traum mit einem sicheren Beruf zu verbinden.

Braucht man Abitur für die Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton?

Nein, ein Abitur ist keine feste Voraussetzung. Viele Betriebe achten mehr auf Kreativität, Motivation und erste eigene Projekte als auf einen bestimmten Schulabschluss. Ein Praktikum ist oft der beste Einstieg.

Ist der Beruf zukunftssicher?

Ja. Bewegtes Bild wird in allen Bereichen wichtiger, von Social Media über Werbung bis zum Streaming. Menschen, die Video professionell beherrschen, werden überall gesucht.

Dein Traum vom eigenen Kanal muss also nicht im Sande verlaufen. Er bekommt nur ein Fundament, das dich trägt. Mach den ersten Schritt und finde in fünf Minuten heraus, welcher Beruf wirklich zu dir passt.

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Über den Autor

Andreas Jäger

Gründer und Geschäftsführer