Vergolder/in
Vergoldung, Restaurierung & Kunsthandwerk
- Dauer
- 3 Jahre
- Vergütung im 1. Jahr
- ab 724 €
- Ausbildungsart
- Duale Ausbildung
- Berufsfeld
- Kunsthandwerk & Musikinstrumente
Was du machst
Das sind die Aufgaben, die deinen Alltag ausmachen.
-
Objekte, Untergründe und historische Fassungen prüfen
-
Flächen reinigen, leimen, grundieren und schleifen
-
Poliment- oder Ölgrund für Vergoldung herstellen
-
Blattgold aufnehmen, anschießen und anlegen
-
Oberflächen polieren, patinieren und schützen
-
Schäden dokumentieren und historische Fassungen restaurieren
So sieht dein Arbeitsalltag aus
Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Objekte, Untergründe und historische Fassungen prüfen; Flächen reinigen, leimen, grundieren und schleifen; Poliment- oder Ölgrund für Vergoldung herstellen. Später kommen hinzu: Blattgold aufnehmen, anschießen und anlegen; Oberflächen polieren, patinieren und schützen; Schäden dokumentieren und historische Fassungen restaurieren. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Ergebnisse werden kontrolliert, Abweichungen dokumentiert und der Arbeitsbereich sauber übergeben.
Wo du arbeitest
Du arbeitest in Vergolder- und Restaurierungswerkstätten, Museen, Denkmalpflege, Rahmen- und Kunsthandwerksbetrieben sowie auf historischen Baustellen.
So läuft dein Tag
Ehrlich aufgeschrieben, mit Uhrzeiten. Kein Tag ist wie der andere, so kann er aber aussehen.
-
8:00 Uhr
Rahmen prüfen: Wo fehlt Fassung, wo ist der Grund lose?
-
9:00 Uhr
Kreidegrund auftragen, Schicht für Schicht.
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11:00 Uhr
Grund schleifen und Poliment auftragen.
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13:00 Uhr
Blattgold auflegen, kein Luftzug, kein Fingerabdruck.
-
15:00 Uhr
Polieren mit dem Achatstein, bis es spiegelt.
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16:30 Uhr
Patinieren und an den Bestand angleichen.
So läuft die Ausbildung
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Form und Dauer
Duale Ausbildung im Vergolder-Handwerk
3 Jahre
Lernorte: Unternehmen und Berufsschule. Im Unternehmen arbeitest du mit, in der Berufsschule kommt die Theorie dazu.
Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.
-
Welchen Abschluss du brauchst
Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind besonders Kunst/Gestaltung, Werken/Technik, Geschichte/Kunstgeschichte, Chemie.
Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.
-
Monoberuf
Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Betrieb und Auftrag prägen Rahmen, Möbel, Architektur, Kirchen, Skulpturen, Restaurierung oder neue Gestaltung.
- Kunst-, Stil- und Materialgeschichte berücksichtigen
- Untergründe und Grundierungen herstellen
- Blattmetalle und Werkzeuge handhaben
- Poliment- und Ölvergoldung ausführen
- Farbfassungen, Patina und Oberflächen gestalten
- Schäden untersuchen und restaurieren
- Kundenaufträge, Dokumentation und Schutzmaßnahmen bearbeiten
Was du verdienst
Als Bandbreite, weil Region und Tarif unterscheiden. Ehrlich statt geschönt.
1. Ausbildungsjahr
mind. 724 €
2. Ausbildungsjahr
mind. 854 €
3. Ausbildungsjahr
mind. 977 €
Nach der Ausbildung
Einstieg
ca. 2.200–2.600 € brutto im Monat
Mit Meisterbrief oder in der Denkmalpflege
ca. 2.900–4.000 € brutto im Monat
Restaurierungsaufträge der öffentlichen Hand sind gut kalkuliert und werden ordentlich bezahlt.
Gesetzliche Mindestausbildungsvergütung 2026, brutto pro Monat
Für dem sehr seltenen Vergolder-Handwerk liegt derzeit keine belastbare bundesweite typische Vergütungsspanne vor. Tarifverträge oder betriebliche Regelungen können deutlich höhere Beträge vorsehen.
Beides gehört dazu
Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.
Ehrlich anstrengend
- Blattgold ist so dünn, dass jeder Atemzug es verweht.
- Sehr viele Arbeitsschritte, bevor überhaupt Gold ins Spiel kommt.
- Kleiner Beruf mit wenigen Ausbildungsplätzen.
- Staub und Bindemittel verlangen Sorgfalt beim Arbeitsschutz.
Besser als sein Ruf
- Ein extrem seltenes Handwerk mit sicherer Auftragslage.
- Restaurierung ist sinnvolle Arbeit an Kulturgut.
- Das Ergebnis ist unmittelbar beeindruckend.
- Der Meisterweg führt in eine gefragte Selbstständigkeit.
Passt zu dir, wenn …
- du sehr feine Handarbeit und historische Oberflächen liebst
- du geduldig und extrem sauber arbeitest
- du Kunstgeschichte und Materialien interessant findest
- du einen sehr seltenen Ausbildungsplatz suchst
- Handwerk
- Kreativität
- Genauigkeit
Nicht sicher?
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Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.
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Meister/in im Vergolderhandwerk
Der Meisterbrief führt zur eigenen Werkstatt mit Restaurierung und Neuanfertigung.
-
Restaurierung
Rahmen, Altäre und Möbel zu vergolden und zu erhalten ist der Kern des Berufs.
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Kirchen- und Denkmalpflege
Sakrale Ausstattung braucht Fachleute mit Kenntnis historischer Techniken.
-
Rahmenbau
Passende Rahmen für Kunstwerke zu bauen und zu fassen ist eine eigene Kunst.
Das wusstest du wahrscheinlich nicht
Blattgold ist etwa ein Zehntausendstel Millimeter dick. So dünn, dass es beim Auflegen an einem Atemhauch zerreißt. Deshalb wird es mit einem Pinsel aus Fehhaar aufgenommen, den man vorher über die Wange streicht.
Was alle wissen wollen
Was macht ein/e Vergolder/in?
Du veredelst Oberflächen mit Blattmetall: Untergründe vorbereiten und kreidegrundieren, polieren, Blattgold auflegen, Fassungen ausführen, historische Oberflächen restaurieren.
Wie viel verdient man als Vergolder/in?
In der Ausbildung liegt die Vergütung bei mindestens rund 724 € im ersten Jahr, je nach Betrieb auch darüber. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst im Bereich vergleichbarer Kunsthandwerke, in der Restaurierung darüber.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Vergolder?
Drei Jahre.
Gibt es genug Arbeit?
Ja, vor allem in der Restaurierung: Kirchen, Museen und Denkmalpflege vergeben laufend Aufträge, und es gibt sehr wenige Fachleute.
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