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Papiertechnologe/-technologin

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Du stellst Papier, Karton, Pappe oder Zellstoff auf großen kontinuierlichen Anlagen her. Faserstoff, Wasser, Chemie, Geschwindigkeit, Trocknung und Qualität werden im Leitstand und direkt an der Maschine gesteuert.

Papier, Zellstoff & Großanlagen

Dauer
3 Jahre
Vergütung im 1. Jahr
ca. 1.208 €
Ausbildungsart
Duale Ausbildung
Dein Job

Was du machst

Das sind die Aufgaben, die deinen Alltag ausmachen.

  • Faserstoffe, Altpapier und Hilfsmittel vorbereiten

  • Stoffaufbereitung und Papiermaschine anfahren

  • Prozesswerte im Leitstand überwachen

  • Feuchte, Flächengewicht und Oberfläche kontrollieren

  • Anlagen reinigen, warten und Störungen beheben

  • Rollen, Bogen und Produktionsdaten übergeben

So sieht dein Arbeitsalltag aus

Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Faserstoffe, Altpapier und Hilfsmittel vorbereiten; Stoffaufbereitung und Papiermaschine anfahren; Prozesswerte im Leitstand überwachen. Später kommen hinzu: Feuchte, Flächengewicht und Oberfläche kontrollieren; Anlagen reinigen, warten und Störungen beheben; Rollen, Bogen und Produktionsdaten übergeben. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Wichtig ist, dass du Ergebnisse kontrollierst, Abweichungen dokumentierst und deinen Arbeitsbereich sauber übergibst.

Wo du arbeitest

Du arbeitest in Papier-, Karton-, Pappen- und Zellstofffabriken sowie bei papierverarbeitenden und technischen Zulieferunternehmen.

Ein Tag als Papiertechnologe/-technologin

So läuft dein Tag

Ehrlich aufgeschrieben, mit Uhrzeiten. Kein Tag ist wie der andere, so kann er aber aussehen.

  1. 6:00 Uhr

    Schichtübernahme in der Leitwarte.

    Bahngeschwindigkeit, Feuchte, Flächengewicht, offene Störungen.

  2. 7:00 Uhr

    Rundgang an der Maschine.

    Vieles hört und riecht man, bevor es im Messwert steht.

  3. 9:30 Uhr

    Sortenwechsel vorbereiten: Rezeptur ändern, Parameter fahren, Übergangsware aussortieren.

  4. 11:30 Uhr

    Laborprobe ziehen und Werte gegen die Spezifikation prüfen.

  5. 13:00 Uhr

    Bahnabriss.

    Maschine zurückfahren, aufführen, wieder auf Geschwindigkeit bringen.

  6. 14:00 Uhr

    Fahrweise dokumentieren und an die Spätschicht übergeben.

Der Weg

So läuft die Ausbildung

  • Form und Dauer

    Duale Ausbildung in der Papier- und Zellstoffindustrie

    3 Jahre

    Lernorte: Unternehmen und Berufsschule. Im Unternehmen arbeitest du mit, in der Berufsschule kommt die Theorie dazu.

    Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

  • Welchen Abschluss du brauchst

    Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind besonders Chemie, Physik, Mathematik, Werken/Technik.

    Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

  • Wahlqualifikationen

    Wahlqualifikationen passen die Ausbildung an Produkt, Rohstoff und Anlagen des Betriebs an.

    – Papier-, Karton- und Pappenerzeugung

    – Zellstofferzeugung

    – Altpapieraufbereitung

    – Veredelung und Ausrüstung

  • Faserstoffe und Papierchemie verstehen
  • Stoffaufbereitung und Wasserführung steuern
  • Papier-, Karton- und Zellstoffanlagen bedienen
  • Mess-, Regel- und Leittechnik nutzen
  • Qualität und Energieeinsatz optimieren
  • Wartung und Instandsetzung durchführen
  • Wahlqualifikationen passend zum Betrieb vertiefen
Geld

Was du verdienst

Als Bandbreite, weil Region und Tarif unterscheiden. Ehrlich statt geschönt.

1. Ausbildungsjahr

1.208 €

2. Ausbildungsjahr

1.271 €

3. Ausbildungsjahr

1.334 €

Nach der Ausbildung

Einstieg

ca. 3.200–3.700 € brutto im Monat inklusive Schichtzuschlägen

Mit Meister oder Anlagenführung

ca. 4.200–5.300 € brutto im Monat

Die Papierindustrie ist stark tarifgebunden, und die Zuschläge für vollkontinuierliche Schicht sind erheblich. Frag im Bewerbungsgespräch nach Tarifbindung und Schichtmodell.

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung 2025, veröffentlicht 2026

Region, Tarifbindung und Betrieb können abweichen.

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Vollkontinuierlicher Schichtbetrieb, auch an Feiertagen.
  • An der Maschine ist es laut, warm und feucht.
  • Ein Bahnabriss kostet Minuten, in denen die ganze Anlage produziert und nichts herauskommt. Der Druck ist unmittelbar.
  • Die Werke liegen oft abseits, weil sie viel Wasser und Fläche brauchen.

Besser als sein Ruf

  • Die Papierindustrie zahlt nach Tarif, und mit Schichtzuschlägen liegt der Verdienst weit über dem Durchschnitt.
  • Du fährst eine der größten Maschinen, die es in der Fertigung überhaupt gibt.
  • Verpackungspapier wächst, und die Werke suchen Nachwuchs.
  • Kreislaufwirtschaft ist hier kein Schlagwort: Der überwiegende Teil des Rohstoffs ist Altpapier.
Ehrlicher Abgleich

Passt zu dir, wenn …

  • du große Anlagen und Prozesssteuerung magst
  • du Messwerte, Material und Maschinen gleichzeitig im Blick behältst
  • du Schichtarbeit und industrielle Arbeitsumgebung akzeptierst
  • du Ressourcen- und Energieeffizienz wichtig findest
  • Technik
  • Maschinen

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Deine Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

  • Anlagenführung an der Papiermaschine

    Eine Papiermaschine ist über hundert Meter lang und läuft rund um die Uhr. Wer sie fährt, hat die anspruchsvollste Aufgabe im Werk.

  • Industriemeister/in Papiererzeugung

    Die Aufstiegsfortbildung des Berufs. Danach führst du eine Schicht und verantwortest Qualität, Ausbringung und Personal.

  • Techniker/in für Papiertechnik

    Über eine Fachschule kommst du in Verfahrensplanung, Qualitätsleitung und Produktentwicklung.

  • Altpapier und Faserstoffaufbereitung

    Der größte Teil des deutschen Papiers entsteht aus Altpapier. Wer die Aufbereitung beherrscht, arbeitet an der Stelle, an der Qualität und Kosten entschieden werden.

Das wusstest du wahrscheinlich nicht

Eine Papiermaschine kann über hundert Meter lang sein, und die Bahn läuft mit deutlich über tausend Metern in der Minute durch sie hindurch. Reißt sie, steht die ganze Anlage.

Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Papiertechnologe/-technologin?

In der Ausbildung liegt die Vergütung in tarifgebundenen Betrieben bei rund 1.210 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst mit Schichtzuschlägen deutlich über dem Durchschnitt.

Was macht ein/e Papiertechnologe/-technologin?

Du stellst Papier, Karton und Pappe her: Faserstoffe aufbereiten, die Papiermaschine fahren und überwachen, Qualität prüfen, Störungen beheben und die Anlage instand halten.

Arbeite ich im Schichtbetrieb?

Ja, vollkontinuierlich. Eine Papiermaschine wird nur zur Revision abgestellt; ein Abriss der Bahn im laufenden Betrieb ist schon Störung genug.

Ist die Papierindustrie eine Zukunftsbranche?

Grafisches Papier geht zurück, Verpackungspapier wächst mit dem Onlinehandel. Der Bedarf verschiebt sich, er verschwindet nicht.

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