Edelsteinfasser/in
Schmuck, Edelsteine & Präzisionshandwerk
- Dauer
- 42 Monate
- Vergütung im 1. Jahr
- ca. 1.304 €
- Ausbildungsart
- Duale Ausbildung
- Berufsfeld
- Kunsthandwerk & Musikinstrumente
Was du machst
Das sind die Aufgaben, die deinen Alltag ausmachen.
-
Schmuckstücke, Steine und Aufträge prüfen und Arbeitsabläufe planen
-
unterschiedliche Fassungen und Steinsitze vorbereiten
-
Edelsteine, Diamanten und weitere Materialien einsetzen und sichern
-
Zargen-, Chaton-, Verschnitt- und kombinierte Fassungen ausführen
-
kleine Werkzeuge anfertigen, schärfen und an den Auftrag anpassen
-
Qualität, Halt, Symmetrie und Oberfläche kontrollieren und Kunden beraten
So sieht dein Arbeitsalltag aus
Du prüfst Schmuckstück, Steinform und gewünschte Fassart. Unter dem Mikroskop oder einer starken Lupe bereitest du den Sitz mit kleinen Fräsern und Sticheln vor. Der Stein wird vorsichtig eingesetzt und durch Metallkanten oder Körner fixiert. Danach kontrollierst du aus mehreren Richtungen, ob Höhe, Symmetrie und Halt stimmen. Du glättest und polierst die bearbeiteten Stellen und dokumentierst den Auftrag. Bei Reparaturen musst du zusätzlich den Zustand des vorhandenen Schmuckstücks berücksichtigen.
Wo du arbeitest
Du arbeitest in Edelsteinfassereien, Goldschmiede- und Schmuckwerkstätten, Uhrenbetrieben oder industriellen Schmuckherstellern. Der Arbeitsplatz liegt in einer gut beleuchteten Präzisionswerkstatt.
So läuft dein Tag
Ehrlich aufgeschrieben, mit Uhrzeiten. Kein Tag ist wie der andere, so kann er aber aussehen.
-
8:00 Uhr
Auftrag prüfen: Steingrößen messen, Fassungen kontrollieren.
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9:00 Uhr
Sitz der Steine vorbereiten: Bohren, Fräsen, Anpassen.
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11:00 Uhr
Steine setzen und Krappen umlegen, unter dem Mikroskop.
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13:30 Uhr
Pavéfassung: viele kleine Steine dicht an dicht.
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15:00 Uhr
Metall zurücknehmen und Kanten sauber ziehen.
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16:30 Uhr
Sitz prüfen: Kein Stein darf sich bewegen.
So läuft die Ausbildung
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Form und Dauer
Duale Ausbildung in Handwerk und Industrie
42 Monate
Lernorte: Unternehmen und Berufsschule. Im Unternehmen arbeitest du mit, in der Berufsschule kommt die Theorie dazu.
Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.
-
Welchen Abschluss du brauchst
Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Werken/Technik und Kunst helfen dir bei Metall, Werkzeugen und Gestaltung. Sehr gutes Nahsehen, ruhige Hände und anhaltende Konzentration sind für den Beruf besonders wichtig.
Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Arbeitsproben, Schmuck- oder Metallpraktika und eine gute feinmotorische Eignung können wichtiger sein als der formale Abschluss.
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Monoberuf
Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Je nach Betrieb liegt der Schwerpunkt auf bestimmten Fassarten, hochwertigen Einzelstücken, Uhren, Serienfertigung oder Reparaturen.
- Edelsteine, Diamanten, synthetische und organische Materialien unterscheiden
- Schmuckstücke, Fassungen und Steinsitze beurteilen und vorbereiten
- kleine Fasswerkzeuge herstellen, schärfen und pflegen
- Zargen-, Chaton-, Verschnitt- und kombinierte Fassungen ausführen
- digitale Entwürfe, Modelle und Vergrößerungssysteme nutzen
- Oberflächen bearbeiten und Fassungen auf Halt und Qualität prüfen
- Kunden beraten und Nachhaltigkeit und Materialherkunft berücksichtigen
Was du verdienst
Als Bandbreite, weil Region und Tarif unterscheiden. Ehrlich statt geschönt.
1. Ausbildungsjahr
ca. 1.304 €
2. Ausbildungsjahr
ca. 1.378 €
3. Ausbildungsjahr
ca. 1.489 €
4. Ausbildungsjahr
ca. 1.563 €
Nach der Ausbildung
Einstieg
ca. 2.400–2.900 € brutto im Monat
Mit Meisterbrief oder in der Hochwertfassung
ca. 3.200–4.500 € brutto im Monat
Die Branche sitzt vor allem in Pforzheim und Idar-Oberstein. Gute Fasser sind gesucht und können sich ihre Aufträge aussuchen.
Beispielwerte der Metall- und Elektroindustrie 2026, brutto pro Monat
Die tatsächliche Vergütung hängt stark davon ab, ob der Ausbildungsbetrieb handwerklich oder industriell organisiert und tarifgebunden ist.
Beides gehört dazu
Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.
Ehrlich anstrengend
- Arbeit unter dem Mikroskop belastet Augen und Nacken.
- Ein Ausrutscher zerkratzt einen Stein, der Tausende kostet.
- Sehr kleiner Beruf mit wenigen Ausbildungsbetrieben.
- Höchste Konzentration über den ganzen Tag.
Besser als sein Ruf
- Sehr hohe tarifliche Ausbildungsvergütung.
- Gute Fasser sind selten und werden gesucht.
- Deine Arbeit entscheidet, ob ein Schmuckstück wirkt.
- Selbstständigkeit als Zulieferer ist ein realistischer Weg.
Passt zu dir, wenn …
- du über lange Zeit sehr ruhig und millimetergenau arbeiten kannst
- du Schmuck, Metall und Edelsteine gestalterisch spannend findest
- du gerne mit Lupen, Mikroskopen und feinen Werkzeugen arbeitest
- du Verantwortung für wertvolle und empfindliche Materialien ernst nimmst
- Handwerk
- Kreativität
- Genauigkeit
Nicht sicher?
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Passenden Beruf findenDas kannst du daraus machen
Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.
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Meister/in im Edelsteinfasserhandwerk
Der Meisterbrief führt zur eigenen Werkstatt oder in die Leitung einer Fassabteilung.
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Hochwertige Einzelfassungen
Große Steine zu fassen ist Arbeit mit hoher Verantwortung und entsprechenden Preisen.
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Reparatur und Neufassung
Lose Steine sichern und Fassungen erneuern ist ein ständiges Geschäft.
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Zusammenarbeit mit Goldschmieden
Viele Fasser arbeiten als Zulieferer für mehrere Werkstätten.
Das wusstest du wahrscheinlich nicht
Ein gut gefasster Stein wird nicht eingeklebt, sondern vom Metall gehalten: Krappen, Kanäle oder umgelegte Ränder sichern ihn allein durch Formschluss. Deshalb überstehen alte Schmuckstücke Jahrhunderte, ohne dass ein Stein verloren geht.
Was alle wissen wollen
Was macht ein/e Edelsteinfasser/in?
Du setzt Steine in Schmuck: Fassungen vorbereiten und anpassen, Steine ausrichten, Metall bearbeiten und sichern, Oberflächen nacharbeiten, lose Steine reparieren.
Wie viel verdient man als Edelsteinfasser/in?
In der Ausbildung liegt die tarifliche Vergütung bei rund 1.304 € im ersten Jahr und damit hoch für ein Kunsthandwerk. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst im Bereich vergleichbarer Feinhandwerke.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Dreieinhalb Jahre.
Wie viel Genauigkeit braucht man?
Sehr viel. Gearbeitet wird unter dem Mikroskop, und die Toleranzen liegen im Hundertstelmillimeterbereich.
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