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Bürsten- und Pinselmacher/in

Bildfläche
Du stellst Haushalts- und Industriebürsten, Maler-, Kosmetik- oder Künstlerpinsel her. Dafür sortierst und bearbeitest du pflanzliche, tierische oder synthetische Fasern und befestigst sie in Körpern, Zwingen oder Stielen. Je nach Betrieb ist die Arbeit handwerklich oder stärker maschinell.

Handwerk, Materialien & Spezialprodukte

Dauer
3 Jahre
Vergütung im 1. Jahr
ab 724 €
Ausbildungsart
Duale Ausbildung
Berufsfeld
Holz
Dein Job

Was du machst

Das sind die Aufgaben, die deinen Alltag ausmachen.

  • pflanzliche, tierische und synthetische Bestückungsmaterialien auswählen

  • Fasern, Haare und Borsten reinigen, sortieren, mischen und zuschneiden

  • Bürstenkörper, Pinselstiele, Zwingen und weitere Teile vorbereiten

  • Materialien von Hand oder maschinell einsetzen und befestigen

  • Bürsten und Pinsel formen, beschneiden und fertig bearbeiten

  • Produkte auf Halt, Form, Besatzdichte und Funktion prüfen

So sieht dein Arbeitsalltag aus

Du prüfst Auftrag und Material. Für einen feinen Pinsel sortierst du Haare nach Länge und Qualität, stellst ein passendes Bündel zusammen und formst die Spitze. Danach wird es in einer Zwinge befestigt und mit dem Stiel verbunden. Bei Bürsten arbeitest du häufiger mit Maschinen, die Löcher bohren oder Bestückungsmaterial einsetzen. Du richtest die Anlage ein, kontrollierst laufend die Qualität und schneidest den Besatz in die gewünschte Form. Spezialbürsten können für Reinigung, Medizin, Industrie oder Technik bestimmt sein.

Wo du arbeitest

Du arbeitest in kleinen Handwerksbetrieben oder industriellen Herstellern von Haushalts-, Hygiene-, Kosmetik-, Maler- und Industriebürsten sowie Pinseln. Der Arbeitsplatz liegt in Werkstatt und Produktionshalle.

Ein Tag als Bürsten- und Pinselmacher/in

So läuft dein Tag

Ehrlich aufgeschrieben, mit Uhrzeiten. Kein Tag ist wie der andere, so kann er aber aussehen.

  1. 7:00 Uhr

    Auftrag durchgehen: Welcher Körper, welcher Besatz, welche Stückzahl.

  2. 8:00 Uhr

    Maschine rüsten.

    Bohrbild einstellen, Besatzmaterial einlegen, Probestück fahren.

  3. 10:00 Uhr

    Serie läuft.

    Du überwachst Bündelstärke und Einzugstiefe und greifst ein, wenn etwas wandert.

  4. 12:30 Uhr

    Handarbeit: feine Pinsel einziehen und zurichten.

    Das macht keine Maschine.

  5. 14:00 Uhr

    Qualitätsprüfung.

    Auszugskraft und Besatzverteilung stichprobenweise messen.

  6. 15:30 Uhr

    Verpacken, Kommissionieren, Maschine reinigen.

Der Weg

So läuft die Ausbildung

  • Form und Dauer

    Duale Ausbildung in Handwerk und Industrie

    3 Jahre

    Lernorte: Unternehmen und Berufsschule. Im Unternehmen arbeitest du mit, in der Berufsschule kommt die Theorie dazu.

    Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

  • Welchen Abschluss du brauchst

    Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Werken/Technik und Mathematik helfen dir bei Material, Maschinen und Maßen. Für feine Pinsel sind ruhige Hände und ein gutes Auge besonders wichtig.

    Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Der Beruf ist selten – Praktikum, handwerkliches Geschick und eine überregionale Suche können entscheidend sein.

  • Schwerpunkte

    Beim Bürstenschwerpunkt geht es stärker um Haushalts-, Hygiene- und technische Bürsten. Der Pinselschwerpunkt vertieft feine Maler-, Künstler-, Kosmetik- und Spezialpinsel.

    – Herstellen von Bürsten

    – Herstellen von Pinseln

  • Bestückungs- und weitere Werkstoffe auswählen und prüfen
  • Fasern, Haare und Borsten aufbereiten und zurichten
  • Werkzeuge und Produktionsmaschinen bedienen und warten
  • Bürstenkörper, Pinselzwingen und weitere Bauteile bearbeiten
  • Bürsten oder Pinsel von Hand und maschinell herstellen
  • Form, Dichte, Halt und Funktion kontrollieren
  • Artenschutz-, Umwelt- und Arbeitsschutzregeln beachten
Geld

Was du verdienst

Als Bandbreite, weil Region und Tarif unterscheiden. Ehrlich statt geschönt.

1. Ausbildungsjahr

mind. 724 €

2. Ausbildungsjahr

mind. 854 €

3. Ausbildungsjahr

mind. 977 €

Nach der Ausbildung

Einstieg

ca. 2.300–2.800 € brutto im Monat

Mit Meisterbrief oder Anlagenverantwortung

ca. 2.900–3.600 € brutto im Monat

Der Beruf ist sehr klein, deshalb gibt es kaum belastbare Durchschnittswerte. Die Spanne orientiert sich an vergleichbaren Fertigungsberufen; tarifgebundene Industriebetriebe zahlen deutlich mehr als kleine Werkstätten.

Gesetzliche Mindestausbildungsvergütung 2026, brutto pro Monat

Für den seltenen Beruf gibt es keine einheitliche bundesweite Tarifvergütung. Tarifgebundene Industriebetriebe können höhere Beträge zahlen.

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Es gibt bundesweit sehr wenige Ausbildungsbetriebe. Wohnortnah ist dieser Beruf für die meisten nicht zu haben.
  • Ein Teil der Arbeit ist Serienfertigung mit festem Takt. Wer ständig Abwechslung braucht, wird das merken.
  • Feine Handarbeit über Stunden geht auf Augen, Nacken und Finger.
  • Der Beruf ist so unbekannt, dass du ihn ein Leben lang erklären wirst.

Besser als sein Ruf

  • Der Beruf verbindet Handarbeit mit Maschinenbedienung. Beides zusammen ist selten.
  • Technische Bürsten stecken in Kehrmaschinen, Waschanlagen und Fertigungsstraßen. Der Markt ist größer, als der Name vermuten lässt.
  • Wer Maschinen einrichten kann, ist im Betrieb schnell die Ansprechperson.
  • Feine Pinsel für Restaurierung und Malerei werden bis heute von Hand gemacht, und dafür gibt es kaum noch Leute.
Ehrlicher Abgleich

Passt zu dir, wenn …

  • du gerne mit feinen Materialien, Werkzeugen und Maschinen arbeitest
  • du sehr genau und geduldig bleibst
  • du natürliche und synthetische Werkstoffe unterscheiden möchtest
  • du einen seltenen Beruf mit sichtbaren Produkten suchst
  • Handwerk
  • Maschinen

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Deine Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

  • Meister/in im Bürsten- und Pinselmacherhandwerk

    Mit Berufserfahrung kannst du die Meisterprüfung ablegen, ausbilden und einen Betrieb führen. In einem Handwerk mit so wenigen Fachkräften ist das eine seltene Qualifikation.

  • Maschinen- und Anlagenführung

    Der größte Teil der Produktion läuft heute über Bürstenstanz- und Pinselmaschinen. Wer sie einrichtet, umrüstet und Störungen findet, hat den technisch anspruchsvollsten Platz im Betrieb.

  • Technische Bürsten für die Industrie

    Bürsten für Straßenkehrmaschinen, Reinigungsanlagen, Landwirtschaft und Fertigungsstraßen sind ein eigener Markt. Dort geht es um Werkstoffe und Standzeiten, nicht um Handbürsten.

  • Künstlerpinsel und Sonderanfertigungen

    Feine Haarpinsel werden bis heute von Hand eingezogen. Wer das kann, arbeitet für Restaurierung, Malerei und Kosmetik.

Das wusstest du wahrscheinlich nicht

Ein großer Teil der Bürsten, die dieser Beruf herstellt, ist technisch und nicht für den Haushalt gedacht: Bürsten für Straßenkehrmaschinen, Waschanlagen und Fertigungsstraßen sind ein eigenes Marktsegment.

Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Bürsten- und Pinselmacher/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Betrieb und Tarifbindung meist zwischen rund 720 und 1.050 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst in industriellen Betrieben über dem in kleinen Handwerksbetrieben.

Was macht ein/e Bürsten- und Pinselmacher/in?

Du stellst Bürsten und Pinsel her: Körper aus Holz oder Kunststoff vorbereiten, Besatz auswählen, einziehen oder stanzen, zurichten und prüfen. Dazu kommen Einrichtung und Bedienung der Maschinen.

Ist das ein reiner Handwerksberuf?

Nein. Ein großer Teil der Ausbildung findet an Maschinen statt. Handarbeit bleibt vor allem bei feinen Pinseln und Sonderanfertigungen.

Wo kann man diesen Beruf lernen?

In wenigen Betrieben, überwiegend in traditionellen Standorten der Bürsten- und Pinselherstellung. Wer den Beruf lernen will, sucht am besten überregional.

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