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Bestattungsfachkraft

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Du begleitest Angehörige nach einem Todesfall und organisierst den Abschied. Dazu gehören Gespräche, Dokumente, Überführungen, die Versorgung Verstorbener und die Vorbereitung von Trauerfeiern. Der Beruf verlangt Einfühlungsvermögen, aber auch klare Abläufe und praktische Arbeit.

Dienstleistung, Trauerbegleitung & Organisation

Dauer
3 Jahre
Vergütung im 1. Jahr
ca. 750 €
Ausbildungsart
Duale Ausbildung
Dein Job

Was du machst

Das sind die Aufgaben, die deinen Alltag ausmachen.

  • Angehörige beraten und ihre Wünsche für die Bestattung aufnehmen

  • Überführungen, Termine, Urkunden und weitere Formalitäten organisieren

  • Verstorbene hygienisch versorgen, ankleiden und aufbahren

  • Trauerfeiern, Dekorationen und Beisetzungen vorbereiten

  • Angebote, Verträge, Gebühren und Abrechnungen bearbeiten

  • mit Friedhöfen, Ämtern, Kirchen, Rednern und weiteren Beteiligten abstimmen

So sieht dein Arbeitsalltag aus

Kein Tag läuft genau gleich. Vielleicht beginnt er mit einem Beratungsgespräch. Du hörst zu, klärst Wünsche und erklärst Bestattungsarten, Termine und Kosten. Danach beantragst du Dokumente, stimmst dich mit Friedhof und Trauerredner ab oder gestaltest eine Anzeige. Zu den praktischen Aufgaben gehören Überführungen, hygienische Versorgung, Ankleiden und Aufbahrung. Du bereitest den Sarg oder die Urne, Blumen und den Raum vor und begleitest die Beisetzung. Manche Einsätze finden außerhalb üblicher Bürozeiten statt.

Wo du arbeitest

Du arbeitest in Bestattungsunternehmen oder Friedhofsverwaltungen. Arbeitsorte sind Beratungsräume, Versorgungs- und Aufbahrungsräume, Friedhöfe, Krematorien, Kirchen, Trauerhallen und Fahrzeuge. Der Alltag wechselt zwischen Büro, direktem Menschenkontakt und praktischen Aufgaben.

Ein Tag als Bestattungsfachkraft

So läuft dein Tag

Ehrlich aufgeschrieben, mit Uhrzeiten. Kein Tag ist wie der andere, so kann er aber aussehen.

  1. 8:00 Uhr

    Überführung.

    Zwei Personen, ein Fahrzeug, und die Angehörigen stehen daneben.

  2. 10:00 Uhr

    Versorgung im Kühlraum: waschen, ankleiden, herrichten.

    Hygiene und Sorgfalt zugleich.

  3. 11:30 Uhr

    Beratungsgespräch mit einer Familie.

    Sarg, Ort, Termin, Kosten, und dazwischen viel Zuhören.

  4. 13:30 Uhr

    Behördengänge und Formalitäten: Sterbeurkunde, Friedhofsverwaltung, Versicherungen.

  5. 15:00 Uhr

    Trauerfeier vorbereiten: Raum herrichten, Blumen, Musik, Ablauf.

  6. 16:30 Uhr

    Rufbereitschaft übernehmen.

    Ein Sterbefall richtet sich nicht nach Öffnungszeiten.

Der Weg

So läuft die Ausbildung

  • Form und Dauer

    Duale Ausbildung in Bestattungsunternehmen oder öffentlichem Dienst

    3 Jahre

    Lernorte: Unternehmen und Berufsschule. Im Unternehmen arbeitest du mit, in der Berufsschule kommt die Theorie dazu.

    Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

  • Welchen Abschluss du brauchst

    Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Viele Auszubildende haben einen mittleren Abschluss. Deutsch, Wirtschaft/Recht, Religion oder Ethik und Biologie helfen dir bei Beratung, Formalitäten und Versorgung.

    Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten besonders auf Reife, Diskretion, Zuverlässigkeit, respektvolles Auftreten und den ehrlichen Umgang mit Tod und Trauer.

  • Monoberuf

    Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Je nach Arbeitgeber kannst du später stärker in Beratung, Versorgung, Trauerfeiergestaltung, Friedhofstechnik, Verwaltung oder Bestattungsvorsorge arbeiten.

  • Trauernde Menschen respektvoll beraten und betreuen
  • Verstorbene überführen, versorgen, aufbewahren und aufbahren
  • Bestattungen und Trauerfeiern planen und durchführen
  • religiöse, kulturelle und persönliche Wünsche berücksichtigen
  • Bestattungsrecht, Friedhofsrecht und weitere Vorschriften anwenden
  • Angebote, Verträge, Kosten und Verwaltungsvorgänge bearbeiten
  • Werkzeuge, Fahrzeuge und technische Einrichtungen sicher nutzen
Geld

Was du verdienst

Als Bandbreite, weil Region und Tarif unterscheiden. Ehrlich statt geschönt.

1. Ausbildungsjahr

im Gewerbe
750 €
im öffentlichen Dienst
1.368,26 €

2. Ausbildungsjahr

im Gewerbe
905 €
im öffentlichen Dienst
1.418,20 €

3. Ausbildungsjahr

im Gewerbe
1.021 €
im öffentlichen Dienst
1.464,02 €

Nach der Ausbildung

Einstieg

ca. 2.400–2.900 € brutto im Monat

Mit Meisterbrief oder Zusatzqualifikation

ca. 3.100–4.000 € brutto im Monat

Die Betriebe sind meist klein und selten tarifgebunden, deshalb entscheidet der einzelne Arbeitgeber. Rufbereitschaft an Wochenenden wird gesondert vergütet. Frag im Bewerbungsgespräch nach Bereitschaftsregelung und Zuschlägen.

Empfehlung des Bestattungsgewerbes und Tarifwerte des öffentlichen Dienstes 2026

Die Unterschiede sind sehr groß. Private Bestattungsunternehmen orientieren sich häufig an der Branchenempfehlung; kommunale Arbeitgeber können nach TVAöD vergüten.

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Rufbereitschaft nachts und am Wochenende gehört dazu.
  • Körperlich fordernd: Heben, Tragen, oft in engen Wohnungen und Treppenhäusern.
  • Du begegnest Trauer jeden Tag, und manche Fälle nimmt man mit nach Hause. Kinder besonders.
  • Der Beruf hat ein Bild, das nicht stimmt, und du wirst es oft geraderücken.

Besser als sein Ruf

  • Du hilfst Menschen an einem der schwersten Punkte ihres Lebens, und das wird gesehen.
  • Der Beruf ist krisenfest und unabhängig von der Konjunktur.
  • Er verbindet Handwerk, Organisation und Beratung. Langweilig wird es nicht.
  • Der Meisterbrief führt zu einem eigenen Betrieb in einem Markt, der Nachfolger sucht.
Ehrlicher Abgleich

Passt zu dir, wenn …

  • du Menschen ruhig begegnest und gut zuhören kannst
  • du zuverlässig organisierst und vertrauliche Informationen schützt
  • du Tod und Verstorbene respektvoll, aber ohne Berührungsangst behandeln kannst
  • du auch unter emotionalem Druck sachlich und freundlich bleibst
  • Menschenkontakt
  • Organisation
  • Körperliche Arbeit
  • Kommunikation

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Deine Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

  • Meister/in im Bestatterhandwerk

    Mit Berufserfahrung kannst du die Meisterprüfung ablegen, ausbilden und ein eigenes Bestattungsunternehmen führen.

  • Thanatopraxie

    Die fachgerechte Versorgung Verstorbener ist eine eigene Qualifikation, die vor allem bei Überführungen und längeren Abschiedszeiten gebraucht wird.

  • Trauerbegleitung

    Eine Zusatzausbildung, die den beratenden Teil des Berufs vertieft und in vielen Häusern eigens vergütet wird.

  • Eigenes Bestattungsunternehmen

    Der Markt ist stabil, und viele Betriebe suchen Nachfolger. Mit dem Meisterbrief ist der Weg dorthin offen.

Das wusstest du wahrscheinlich nicht

Bestattungsfachkraft ist ein anerkannter Ausbildungsberuf im Handwerk, und zwar erst seit 2003. Vorher wurde der Beruf ausschließlich angelernt weitergegeben.

Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Bestattungsfachkraft?

In der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Betrieb bei rund 750 bis 1.000 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Einstieg im Bereich anderer Handwerksberufe; Rufbereitschaft wird zusätzlich vergütet.

Was macht eine Bestattungsfachkraft?

Du versorgst und überführst Verstorbene, berätst Angehörige, organisierst die Trauerfeier, erledigst Behördengänge und Formalitäten und richtest Räume und Gräber her.

Muss man das aushalten können?

Der Umgang mit Verstorbenen wird in der Ausbildung schrittweise gelernt. Schwerer als der Anblick ist für die meisten die Nähe zur Trauer der Angehörigen.

Ist der Beruf handwerklich?

Ja, mehr als viele denken: Sargausstattung, Grabgestaltung, Transport, Technik. Er ist als Handwerksberuf geregelt.

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